Knapp 2.000 Festnahmen bei Schulprotesten in Frankreich

Seit Tagen demonstrieren Schüler an Frankreichs Gymnasien gegen kaputte Gebäude und zu wenig Lehrer. An vielen Stellen kommt es zu Gewalt. Wie will die Regierung den Protest in den Griff bekommen?
dpa |
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Bei den Schulprotesten in Frankreich sind zahlreiche Menschen festgenommen worden.
Bei den Schulprotesten in Frankreich sind zahlreiche Menschen festgenommen worden. © Jean-Francois Badias/AP/dpa
Paris

Bei ausartenden Schulprotesten in Frankreich sind 1.949 Menschen festgenommen worden. Den meisten werde Gewalt - etwa gegen Einsatzkräfte - vorgeworfen, hieß es aus dem Innenministerium. 305 Polizisten und Gendarmen wurden demnach verletzt. Am Freitag sollen wegen des Protests gut 400 Schulen geschlossen bleiben und nur Fernunterricht anbieten, sagte Bildungsminister Édouard Geffray. Ihm zufolge wurden seit Beginn der Proteste 170 Schüler und 65 Menschen aus dem Bildungswesen verletzt.

Bildungsminister setzt auf Dialog

Bereits seit Ende vergangener Woche demonstrieren Schülerinnen und Schüler für mehr Geld. Sie beklagen marode Schulgebäude, überfüllte Schulklassen und zu wenig Lehrkräfte. Teils bezog sich der Ärger an Gymnasien auch auf die Plattform, über die Zulassungen für Universitäten erfolgen.

Während etliche Schüler friedlich demonstrieren, gab es auch immer wieder Ausschreitungen. Mülltonnen brannten, Einsatzkräfte wurden angegriffen und Schulgebäude beschädigt. In mehreren Städten wurde der öffentliche Nahverkehr wegen der Proteste eingeschränkt. In Marseille wurde ein Feuerwehrauto in Brand gesetzt. Das Innenministerium beklagte, die Lage habe nichts mehr mit dem legitimen Äußern von Forderungen zu tun. Vielmehr erfülle sie alle Eigenschaften von städtischer Unruhe.

Dass die Proteste nun bereits seit Tagen nicht abreißen und sich auf Universitäten ausbreiteten, setzt Frankreichs Regierung unter Druck. Premierminister Sébastien Lecornu berief eine Krisensitzung zur Lage an den Gymnasien ein. Medienberichten zufolge wurden die Ministerinnen und Minister gebeten, geplante Reisen abzusagen. Bildungsminister Geffray rief im Sender France 2 zur Ruhe auf und kündigte Gespräche mit Vertretern der Gymnasiasten an. Deren Forderungen müssten gehört werden. Der einzige Weg sei der Dialog.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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