Klima: Dutzende Staaten für Abkehr von Öl, Kohle und Gas

Vor der Weltklimakonferenz in der Türkei beraten viele besonders bedrohte Staaten über den Kampf gegen die Erderhitzung. Was steht in ihrem Appell?
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Auf dem Inselstaat Tuvalu wird versucht, sich gegen den steigenden Meeresspiegel zu wappnen.
Auf dem Inselstaat Tuvalu wird versucht, sich gegen den steigenden Meeresspiegel zu wappnen. © Mick Tsikas/AAP/dpa
Nadi

Vier Wochen vor der Weltklimakonferenz in der Türkei haben Dutzende Staaten bei einem Vorbereitungstreffen im Südpazifik mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderhitzung gefordert – insbesondere die schrittweise Abkehr von Kohle, Öl und Gas. In einer gemeinsamen Erklärung pochen die Minister und Regierungsvertreter zudem darauf, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase "stark, schnell und nachhaltig" herunterzufahren sowie die Kapazität erneuerbarer Energien bis 2030 weltweit zu verdreifachen – so wie es vor drei Jahren von fast 200 Staaten im Konsens auf der UN-Klimakonferenz in Dubai vereinbart wurde.

Unter den Teilnehmern der "Pre-COP" auf Fidschi, wie das Treffen im UN-Jargon heißt, sind Vertreter vieler wegen der Klimakrise und steigender Meeresspiegel bedrohter Inselstaaten, darunter Tuvalu und Mauritius, aber auch Staaten wie Australien, Nepal und die Vereinigten Arabischen Emirate. Auch Deutschland ist bei dem dreitägigen Treffen, das noch bis Donnerstag läuft, mit Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth vertreten.

"Jeder Bruchteil eines Grads Erwärmung" zählt

Die Unterzeichner appellierten an die Welt, "sich vereint hinter all jene zu stellen, die an der Frontlinie der Klimakrise stehen". Schon jetzt habe sich die Erde weltweit um fast 1,5 Grad aufgeheizt im Vergleich zur vorindustriellen Zeit, zudem habe das natürlich vorkommende Klimaphänomen El Niño schädliche Auswirkungen. Warnend hieß es, "jeder Bruchteil eines Grads Erwärmung" beschleunige die Auswirkungen des Klimawandels und das Risiko nicht wieder gutzumachender Verluste und Schäden, insbesondere auf kleinen Inselstaaten und in den am wenigsten entwickelten Ländern.

Begrüßt wird in der Erklärung das sich abzeichnende "Momentum", dass sich die Staatengemeinschaft bei der kommenden Klimakonferenz in Antalya ein neues globales Ziel zur Elektrifizierung steckt. Die Türkei als Gastgeber hatte im Sommer vorgeschlagen, bis 2035 den Anteil elektrischer Energie beim Endverbrauch von heute 20 auf 35 Prozent zu steigern. Kritiker weisen aber darauf hin, dass dies dem Klimaschutz nur weiterhilft, wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne oder Wasserkraft stammt und nicht aus fossilen Energieträgern.

Der Co-Gastgeber der "Pre-COP", Tuvalu, richtet im Juli 2027 gemeinsam mit Irland auch die zweite internationale Konferenz zur Abkehr von fossilen Energien aus.

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