Kanzleramt bekommt bald Merkel-Porträt für Ahnengalerie

Der Platz neben Gerhard Schröder ist seit Jahren frei. Bald wird die Leerstelle gefüllt.
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Ein Porträt Merkels soll bald hinzukommen. (Archivbild)
Ein Porträt Merkels soll bald hinzukommen. (Archivbild) © Michael Kappeler/dpa
Berlin

Fünf Jahre nach dem Ende ihrer 16-jährigen Kanzlerschaft hat sich Angela Merkel für die sogenannte Ahnengalerie im Bundeskanzleramt porträtieren lassen. Dafür stand sie dem bislang eher unbekannten 28 Jahre alten Künstler Jérémie Queyras Modell, wie die "Zeit" berichtet. Seit dem Sommer 2025 hat er die ehemalige Kanzlerin demnach immer wieder getroffen und sie in einem eigens eingerichteten Atelier in Berlin porträtiert. Die Wochenzeitung hat den Prozess exklusiv begleitet. 

Der Maler und Merkel wollen das Porträt am 30. Juni vorstellen. Es soll dann vom 1. Juli bis 4. Oktober im Bode-Museum in Berlin ausgestellt werden, wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mitteilte. Danach soll es seinen Platz im Kanzleramt bekommen. 

"Da häng ich dann eben"

Merkel hatte bislang zu allen Spekulationen über ihr Porträt geschwiegen. Der "Zeit" sagte sie nun, Queyras habe sich 2022 informell bei ihr beworben, doch erst im Juni 2025, nach einer ersten Begegnung, habe sie sich für den Maler entschieden. Gefragt, wie es sich anfühle, demnächst als Porträt in die Ahnengalerie des Kanzleramts einzuziehen, sagte Merkel der Wochenzeitung: "Es ist komisch, wenn man langsam Geschichte wird." Doch versuche sie, es mit Gleichmut zu nehmen: "Da häng ich dann eben."

Der Platz neben Schröder ist frei 

Im ersten Stock des Bundeskanzleramts gibt es eine Ahnengalerie mit Porträts aller bisherigen Regierungschefs der Nachkriegszeit. Ihr Vorgänger Gerhard Schröder ließ sich von seinem Freund Jörg Immendorff porträtieren. Bei der Übergabe im Jahr 2007 stichelte Schröder: "Verehrte Frau Bundeskanzlerin, da ist noch ein bisschen Platz. Wann auch immer, niemand weiß, wann Sie neben mir hängen werden."

Die Idee zu der Galerie stammt von Helmut Schmidt, der sich von Bernhard Heisig porträtieren ließ. Bei Helmut Kohl übernahm mit Albrecht Gehse ein Schüler Heisigs diese Aufgabe. Außerdem hängen im Kanzleramt Werke von Oswald Petersen (Willy Brandt), Günter Rittner (Kurt-Georg Kiesinger und Ludwig Erhard) und Hans Jürgen Kallmann (Konrad Adenauer). Eine Frau fehlt auf der Liste der Künstler.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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