Kanada versus Trump: Lake Ontario - für jetzt und für immer

"Lake Ontario - für jetzt und für immer": Im Streit mit US-Präsident Donald Trump über den korrekten Namen für einen See an der Grenze zwischen beiden Ländern legt der Regierungschef der kanadischen Provinz Ontario nach. In einem auf der Plattform X veröffentlichten knapp 40 Sekunden langen Video posiert Doug Ford im roten Trikot der kanadischen Fußball-Nationalmannschaft vor einem am Seeufer aufgestellten riesigen, blauen Schild, auf dem in Englisch und Französisch geschrieben steht: "Lake Ontario - Now and Always" beziehungsweise "Lac Ontario - Aujourd'hui et pour toujours".
In wenigen Sätzen erklärt Ford, warum das so ist. Schon lange, bevor Trump ins Amt gekommen sei, habe der See Lake Ontario geheißen - und so werde es auch nach seinem Abschied aus dem Weißen Haus sein. "Falls Präsident Trump oder sonst jemand es vergisst: Wir haben dieses Schild aufgestellt, um sie daran zu erinnern, dass es "Lake Ontario" heißt - jetzt und für immer."
Handelskonflikt als Ursache
Vor wenigen Tagen hatte Trump im andauernden Zollstreit mit Kanada den Grenzsee in "Lake America" umbenannt. Er verknüpfte den Schritt mit einem wirtschaftlichen Aspekt und erklärte, die USA rechneten nicht mehr damit, nennenswerte Geschäfte mit Ontario zu tätigen. Kanadas bevölkerungsreichste Provinz ist wirtschaftlich eng mit den USA verflochten.
Seit dem Scheitern der Handelsgespräche zwischen den Regierungen in Washington und Ottawa vor gut einer Woche hat sich der Streit zwischen den Nachbarländern deutlich verschärft. Der Lake Ontario ist einer der sogenannten fünf Großen Seen, von denen drei weitere sowohl an die USA als auch an Kanada grenzen. Der Name des Sees reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, als die USA und Kanada noch gar nicht gegründet waren.
Provinz-Regierungschef nennt Trump "Diktator"
Ford hatte seinem Ärger über Trump bereits nach dem Scheitern der Handelsgespräche mit den Worten "Kiss my ass" ("Leck mich am Arsch") Luft gemacht. Er nannte den US-Präsidenten zudem einen "Diktator", einen "Verlierer" und "König der Bankrotte".
Zuvor hatte Premierminister Mark Carney erklärt, Kanada werde Trumps Versuch, den Lake Ontario im Alleingang umzubenennen, nicht anerkennen. Der US-Präsident ärgert sich über die Regierung des Nachbarlandes, weil sie im Zollstreit mit den Vereinigten Staaten nicht einlenkt. Trump hat Umbenennungen dieser Art in seiner zweiten Amtszeit schon mehrmals als Mittel der Machtdemonstration genutzt. Den Golf von Mexiko benannte er in "Golf von Amerika" um, Nordamerikas höchster Berg in Alaska bekam von ihm wieder den - zwischenzeitlich abgelegten - Namen Mount McKinley verpasst.