Kamera-Bilder: Hatte der Metro-Bomber einen Komplizen?

Wie ein belgischer Sender berichtet, soll auf Überwachungsbildern vom Metro-Attentäter ein Komplize zu sehen sein. Die Kritik an den belgischen Behörden wächst.
| az/dpa
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Drei Täter sind identifiziert: Khalid El Bakraoui (o.l.), sein Bruder Ibrahim (o.r.) und Najim Laachraoui. Kamerabilder lassen nun vermuten, dass es einen weiteren Komplizen gegeben haben könnte.
dpa/AZ Drei Täter sind identifiziert: Khalid El Bakraoui (o.l.), sein Bruder Ibrahim (o.r.) und Najim Laachraoui. Kamerabilder lassen nun vermuten, dass es einen weiteren Komplizen gegeben haben könnte.

Wie ein belgischer Sender berichtet, soll auf Überwachungsbildern vom Metro-Attentäter ein Komplize zu sehen sein. Die Kritik an den belgischen Behörden wächst.

Brüssel - Der Selbstmordattentäter in der Brüsseler Metro war nach Informationen des belgischen Senders RTBF nicht alleine unterwegs. Auf Bildern einer Überwachungskamera sei ein zweiter Mann mit einer großen Tasche zu sehen, berichtete der öffentlich-rechtliche Rundfunk am Donnerstagmorgen. Unklar sei, ob der Verdächtige bei der Explosion getötet wurde oder ob er auf der Flucht ist.

Die Staatsanwaltschaft äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht. Sie wollte im Laufe des Tages eine Pressemitteilung zum Stand der Ermittlungen veröffentlichen.

Bei dem Anschlag in einer U-Bahn in der Station Maelbeek mitten im EU-Viertel kamen am Dienstag nach jüngsten Angaben 20 Menschen ums leben. Weitere 11 Personen starben bei von zwei anderen Selbstmordattentätern ausgelösten Explosionen am Flughafen.

 

Kritik an belgischen Sicherheitsbehörden wächst

 

Während immer neue Details zu den Anschlägen vom Dienstag bekannt werden, wächst der Druck auf die belgischen Sicherheitsbehörden.

Die Türkei hat das Land nach Angaben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bereits im Juli 2015 vor einem der Attentäter gewarnt. Doch trotz des Hinweises, dass der Mann ein "ausländischer terroristischer Kämpfer" sei, sei er von den belgischen Behörden freigelassen worden. Belgiens Justizminister Koen Geens wies den Vorwurf der Fahrlässigkeit zurück. Die Polizei fahndet weiter nach einem Komplizen der drei Selbstmordattentäter, der vom Flughafen Brüssel geflüchtet sein soll.

Trauernde sind

EU-Kommissar Günther Oettinger kritisierte in der "Bild"-Zeitung (Donnerstag) den Zustand der belgischen Polizei in Brüssel: "Wir müssen aber auch klar die Mängel bei den belgischen Sicherheitsbehörden ansprechen. Es gibt allein in Brüssel mehrere verschiedene Polizeibehörden, die nicht ausreichend kooperieren. Das kann nicht so bleiben."

Die Selbstmordattentäter, die am Dienstag 31 Menschen in den Tod gerissen hatten, sind inzwischen identifiziert. Alle drei sind in Belgien geboren und hatten Verbindungen zu den islamistischen Drahtziehern der Anschläge von Paris. Es handelt sich um die Brüder Ibrahim (29) und Khalid (27) El Bakraoui und Medienberichten zufolge um den 24-jährigen Najim Laachraoui, der wegen der Terroranschläge von Paris erst vor kurzem zur Fahndung ausgeschrieben worden war. Er soll ebenfalls bei der Explosion im Brüsseler Flughafen gestorben sein.

Die Staatsanwaltschaft wollte sich am Mittwoch nicht zu den Berichten über die Identifizierung Laachraouis äußern.

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