Israel erwägt Einmarsch in Gazastreifen

Während der UN-Sicherheitsrat einen sofortigen Stopp aller Militäraktionen im Gazastreifen gefordert hat, denkt die israelische Führung darüber nach, dort mit Bodentruppen einzumarschieren.
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Die israelischen Angriffe auf den Gazastreifen haben mehrere hundert Menschen getötet
AP Die israelischen Angriffe auf den Gazastreifen haben mehrere hundert Menschen getötet

Während der UN-Sicherheitsrat einen sofortigen Stopp aller Militäraktionen im Gazastreifen gefordert hat, denkt die israelische Führung darüber nach, dort mit Bodentruppen einzumarschieren.

In Israel sind zahlreiche gepanzerte Fahrzeuge zu einem möglichen Bodeneinsatz in Richtung Gazastreifen gerollt. Nach israelischen Medienangaben wurde die Zahl der Soldaten an der Grenze verstärkt. Verteidigungsminister Ehud Barak hatte zuvor betont, Israel werde mit Bodentruppen in den Gazastreifen einmarschieren, wenn dies notwendig sei. Die Regierung in Jerusalem stimmte die Öffentlichkeit darauf ein, dass die Offensive noch länger dauern könnte. Ministerpräsident Ehud Olmert sagte am Samstagabend, es gehe um «eine grundsätzliche Verbesserung der Sicherheitslage», und fügte hinzu: «Das kann einige Zeit dauern.»

Der UN-Sicherheitsrat forderte nach einer vierstündigen Dringlichkeitssitzung in New York einen sofortigen Stopp aller Militäraktionen im Gazastreifen. Die 15 UN-Botschafter waren auf Antrag Libyens zusammengetreten. Auf eine explizite Verurteilung der israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen einigten sich die Mitglieder des Sicherheitsrates am Sonntagmorgen nicht. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ist zu Krisengesprächen nach Kairo und Amman gereist. In der ägyptischen Hauptstadt traf er am Sonntagmorgen mit Präsident Husni Mubarak zusammen. Kairo hatte schon am Vortag angeboten, zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas zu vermitteln, die den Gazastreifen kontrolliert. Am Samstagabend war Abbas in Amman mit König Abdullah II. zusammengetroffen.

271 Tote und 900 Verletzte

Der Ministerpräsident der Hamas im Gazastreifen, Ismail Hanijeh sagte über einen örtlichen Fernsehsender, seine Bewegung werde sich dem militärischen Druch nicht beugen. In der syrischen Hauptstadt Damaskus rief Hamas-Führer Chaled Maschaal zum Widerstand gegen Israel auf und sagte in Anspielung an die bisher zwei Aufstandsbewegungen der Intifadah ab 1987 und ab September 2000: «Dies ist die Zeit für einen dritten Aufstand.» Die Zahl der Toten bei den israelischen Luftangriffen im Gazastreifen ist am Sonntag nach palästinensischen Angaben auf 271 gestiegen. Ein Sprecher der Gesundheitsbehörde in Gaza teilte weiter mit, etwa 900 Menschen seien verletzt worden. Etwa 120 von ihnen hätten schwere Verletzungen erlitten. Die israelische Armee setzte ihre Luftangriffe auch am Sonntagmorgen fort. Augenzeugen berichteten, das Hauptquartier der Hamas-Regierung in der Stadt Gaza sei getroffen und schwer beschädigt worden. Mehrere Menschen seien verletzt worden. Es sei eine schwere Explosion zu hören gewesen, dichter Rauch sei über dem Gebäude aufgestiegen. (dpa)

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