Hongkonger Verleger will nach Freilassung weiterkämpfen

Mehr als 40 Stunden saß er in Polizeigewahrsam. Aber stoppen lassen will sich der bekannte Hongkonger Medienmogul Jimmy Lai dadurch nicht.
| dpa
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Jimmy Lai, Medienmogul aus Honkong, verlässt in einem Auto die Polizeistation, nachdem er auf Kaution freigelassen wurde.
Kin Cheung/AP/dpa/dpa Jimmy Lai, Medienmogul aus Honkong, verlässt in einem Auto die Polizeistation, nachdem er auf Kaution freigelassen wurde.

Hongkong - Der Hongkonger Medienunternehmer und bekannte Aktivist Jimmy Lai hat nach seiner Freilassung aus dem Polizeigewahrsam die Fortsetzung seiner Arbeit angekündigt.

Medien in Hongkong hätten es zunehmend schwer, "aber wir sollten unsere Arbeit fortsetzen", sagte Lai vor Mitarbeitern seiner Zeitung "Apple Daily", die seine Rückkehr bejubelten. Nach mehr als 40 Stunden Polizeigewahrsam war Lai in der Nacht zum Mittwoch gegen Kaution wieder freigelassen worden. Auch mehrere andere Aktivisten kamen gegen Kaution frei.

Lai, dem unter anderem die pro-demokratische Zeitung "Apple Daily" gehört, war gemeinsam mit Mitstreitern am Montag bei einem großen Polizeieinsatz festgenommen worden. Dem 71-Jährigen wurden geheime Absprachen mit Kräften im Ausland, Betrug und andere Verstöße zur Last gelegt. Im vergangenen Jahr hatte Lai mehrfach zur Teilnahme an Protestmärschen gegen Peking aufgerufen. Hunderttausende Menschen waren auf den Straßen.

Die Festnahmen waren der bislang größte Schlag gegen die Demokratiebewegung seit Einführung eines umstrittenen Sicherheitsgesetzes durch China Ende Juni. Peking steht wegen seiner Politik in der 7,5-Millionen-Einwohner-Stadt massiv in der Kritik. Aus Protest gegen die Festnahmen wurde "Apple Daily" am Dienstag von Hongkongern massenhaft gekauft.

Das Gesetz richtet sich gegen Aktivitäten, die die kommunistische Führung in Peking als subversiv, separatistisch oder terroristisch ansieht. Seit Rückgabe der früheren britischen Kronkolonie 1997 an China wurde Hongkong autonom mit eigenen Freiheitsrechten regiert. Aus Sicht von Kritikern bedeutet das Gesetz nun das Ende des seither verfolgten Grundsatzes "ein Land, zwei Systeme".

© dpa-infocom, dpa:200812-99-137231/3

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