Hochspannung in Ferguson: Kommt es wieder zu Unruhen?

Schon vor Monaten brannte es in Ferguson. Ein Polizist hatte einen unbewaffneten Teenager erschossen.
| dpa
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Schon vor Monaten brannte es in Ferguson. Ein Polizist hatte einen unbewaffneten Teenager erschossen. Jetzt ist die Frage: Kommt der Todesschütze ohne Gerichtsverfahren davon?

Ferguson - Anfang August starb in Ferguson im US-Staat Missouri der unbewaffnete schwarze Teenager Michael Brown durch Schüsse eines Polizisten - schwere Unruhen waren die Folge. Jetzt muss eine Geschworenenjury entscheiden, ob der Polizist Darren Wilson sich vor Gericht verantworten muss. Eine Entscheidung steht bevor - möglicherweise bereits am Wochenende. Die Polizei bereitet sich auf abermalige Ausschreitungen vor.

Selbst US-Präsident Barack Obama mahnte zur Ruhe. Ein Ereignis "als Ausrede für Gewalt" zu missbrauchen, widerspreche dem Gesetz, sagte Obama am Freitagabend dem Sender ABC.

Zuvor schon hatte Justizminister Eric Holder zur Gewaltlosigkeit aufgerufen. Zugleich kündigte er am Freitag Richtlinien an, wie Polizisten die öffentliche Sicherheit wahren und zugleich die Meinungs-und Versammlungsfreiheit schützen können. Ohne konkret auf Ferguson einzugehen, erklärte Holder in einem Video, dass Voreingenommenheit bei Polizisten Proteste auslösen könnten.

Der Todesschütze im August ist ein weißer Polizist - das Opfer ist Afro-Amerikaner. Der Polizei war damals vorgeworfen worden, sie seien nach dem Tod viel zu hart gegen Demonstranten vorgegangen, etwa auch mit Panzerwagen - dies habe die Stimmung unnötig angeheizt.

Der zwölfköpfigen Geschworenenjury gehören lediglich drei Schwarze an.

Aus Furcht vor neuen Unruhen hat der Gouverneur von Missouri, Jay Nixon, bereits vor Tagen den Notstand ausgerufen und die Nationalgarde mobilisiert. Sie solle die Polizei bei neuen Zusammenstößen unterstützen. Einige Schulen kündigten bereits an, sie blieben Anfang der Woche geschlossen.

Polizeichef Sam Dotson sagte am Freitag, die Einsatzkräfte seien gut vorbereitet. Er könne sich nicht vorstellen, dass Wilson wieder aktiven Dienst ausübe, sagte er dem TV-Sender CNN.

Viele Rechtsexperten bezweifeln aber, dass es zu einer Anklage kommen werde - doch gerade dies könnte neue Unruhen anheizen. Der Todesschütze selbst beruft sich auf Notwehr.

Auch der Vater des Erschossenen warnte vor gewalttätigen Protesten. "Was auch immer die Geschworenenjury entscheidet: Ich möchte nicht, dass der Tod meines Sohnes umsonst war", erklärte er zur Begründung im Internet.

Bereits am Donnerstagabend (Ortszeit) kam es zu ersten kleineren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei, bei denen es nach Medienberichten zu Festnahmen kam.

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