"Es geht nach vorn": Wilmer ist Chef der Bischöfe

Heiner Wilmer ist das neue Gesicht der katholischen Kirche in Deutschland: Der Hildesheimer Bischof führt die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und gibt sich zunächst vor allem spirituell - und vage.
dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Heiner Wilmer ist Bischof von Hildesheim und neuer Chef der Bischofskonferenz.
Heiner Wilmer ist Bischof von Hildesheim und neuer Chef der Bischofskonferenz. © Daniel Löb/dpa
Würzburg

Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Der Bischof von Hildesheim in Niedersachsen tritt nach der Wahl in Würzburg die Nachfolge von Georg Bätzing an. 

Die katholische Kirche habe eine schwere Zeit hinter sich, sagte Wilmer. "Wir haben viel gerungen, doch es geht nach vorn." Ja, es gebe Probleme und Herausforderungen, aber die Gläubigen vor Ort "sind gut drauf. Davon lasse ich mich als Bischof anstecken." Die katholische Kirche sei attraktiv, versicherte der 64-Jährige. "Unsere christliche Botschaft ist, dass es eine Hoffnung gibt, die größer ist als naiver Optimismus."

Ukraine-Krieg: "vier Jahre voller Leid"

Konkrete Schritte und Vorhaben nannte der neue DBK-Chef noch nicht. Seine Worte nach der Wahl vor den Medien waren vor allem spirituell geprägt: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den
Menschen seiner Gnade" - so zitierte er eine Passage aus dem bekannten Weihnachtsevangelium nach Lukas. 

Konkret erinnerte er an den vierten Jahrestag des Beginns des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Das bedeute vier Jahre "voller Leid, voller Zerstörung, voller Tränen". Dieser Krieg brauche ein Ende, Friede sei kein ferner Traum, sagte er weiter.

Vage Worte zu Frauen und weiteren Reformthemen

Bei der Frage, wie möglicherweise Frauen in einer bisher männerdominierten Kirche eine stärkere Rolle spielen könnten, wies er auf die von Papst Franziskus initiierte Weltsynode hin und blieb vage. Er begrüße es, dass dort das Thema Frauen in Ämtern und Diensten auf der Tagesordnung stand. Und: Er sei nach wie vor überzeugt, dass auch heute der Heilige Geist wirkt. 

Wilmer gilt als fortschrittlich im Vergleich zu anderen Bischöfen in Deutschland, in seinem Bistum werden auch alternative Leitungsmodelle erprobt. Hildesheim ist eine Diözese in der Diaspora, die Region ist evangelisch geprägt. 

"Mut zu anstehenden Veränderungen"

"Wir brauchen Ihr Herz für Reform und Zusammenhalt", schrieb die Präsidentin des Zentralkomitees der Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, in ihrem Glückwunschbrief an Wilmer. Sie wünsche ihm "Mut zu anstehenden Veränderungen und ein spürbares Herz für weitere Reformen in der Kirche". 

In den vergangenen Jahren haben die Bischofskonferenz unter ihrem bisherigen Chef Bätzing und das ZdK gemeinsam im Synodalen Weg um Reformen gerungen. Vor allem konservative Bischöfe äußerten sich immer wieder skeptisch, auch die Kurie in Rom hat das deutsche Bemühen in Fragen einer neuen Sexualmoral und anderen Reformfragen immer wieder sehr kritisch gesehen. Zugleich verliert die katholische Kirche in Deutschland in schnellem Tempo Mitglieder, jedes Jahr sind es mehrere 100.000. Zuletzt fiel die Mitgliederzahl unter die Marke von 20 Millionen. 

Wesentliches entscheidet der Vatikan

Wie es jetzt weitergeht? Wilmer legte sich nicht fest. Synodalität sei die Grundform der Kirche, er sei zuversichtlich in dieser Hinsicht, sagte er dazu lediglich. 

In früheren Jahren hat sich Wilmer jedoch immer wieder auch für eine Erneuerung der katholischen Sexualmoral eingesetzt. Die Möglichkeit zur Segnung homosexueller Paare begrüßte er ausdrücklich.

Gleichzeitig setzt sich der 64-Jährige aber auch stark für das Thema Evangelisierung ein, das konservativen Bischöfen traditionell wichtig ist. Publizistisch in Erscheinung getreten ist er vor etwa eineinhalb Jahren mit einem Buch namens "Herzschlag", ein spirituelles Werk über die jüdische Tagebuch-Autorin Etty Hillesum.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen
lädt ... nicht eingeloggt
 
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.