Haftbefehl gegen Raúl Castro im US-Bundesstaat Florida

Der frühere kubanische Präsident war Verteidigungsminister, als die kubanische Luftwaffe 1996 zwei Flugzeuge einer Exilorganisation abschoss. Floridas Generalstaatsanwalt erhebt nun eigene Vorwürfe.
dpa |
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Raúl Castro ist Bruder des gestorbenen kubanischen Revolutionsanführer Fidel Castro. (Archivbild)
Raúl Castro ist Bruder des gestorbenen kubanischen Revolutionsanführer Fidel Castro. (Archivbild) © Ismael Francisco/AP/dpa
Miami

Im US-Bundesstaat Florida ist ein Haftbefehl gegen Kubas Ex-Staatschef Raúl Castro erlassen worden. Ihm wird der Abschuss von zwei Kleinflugzeugen einer exilkubanischen Organisation durch die kubanische Luftwaffe im Jahr 1996 zur Last gelegt. "Das war kein Unfall, sondern Mord", sagte Floridas Generalstaatsanwalt James Uthmeier bei der Bekanntgabe der Anklage und des Haftbefehls auf Bundesstaatsebene.

Bei dem Abschuss der Flugzeuge der Organisation "Hermanos al Rescate" (Brüder zur Rettung) kamen vier Menschen ums Leben, drei davon US-Bürger. Im Mai hatte die US-Regierung den 95 Jahre alten Castro bereits angeklagt. "Hier im Bundesstaat Florida können wir unabhängig davon eigene Anklagepunkte vorbringen", sagte Uthmeier auf einer Pressekonferenz. Die Menschen in Miami hätten schon zu lange darauf gewartet, dass Castro zur Rechenschaft gezogen wird.

Angespannte Beziehungen

Der jüngere Bruder des Revolutionsführers Fidel Castro (1926-2016) war Verteidigungsminister des sozialistischen Karibikstaates, als die Maschinen der in Miami ansässigen Organisation angegriffen wurden. Laut Havanna waren die Flugzeuge in den kubanischen Luftraum eingedrungen. Die Internationale Organisation für Zivilluftfahrt kam hingegen zu dem Schluss, dass sie sich zum Zeitpunkt des Abschusses über internationalen Gewässern befanden.

Zwischen den USA und Kuba sind die Beziehungen seit Jahrzehnten angespannt. Die Lage hat sich unter US-Präsident Donald Trump durch Sanktionen und ein Ölembargo weiter verschärft. Raúl Castro war 50 Jahre lang Verteidigungsminister und stand danach von 2006 bis 2018 an der Staatsspitze. Seine öffentlichen Auftritte sind derzeit selten.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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