Keine Probleme bei ersten Lastwagen-Kontrollen nach Brexit

Nach jahrelangem Streit und äußerst zähen Verhandlungen ist der Tag gekommen: Großbritannien ist raus - nicht nur aus der EU, sondern auch aus dem gemeinsamen Markt. Die ersten Lastwagen haben den Ärmelkanal ohne Verzögerungen überquert.
| dpa
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Ein Lastwagen fährt im Hafen von Larne in Nordirland an Bord eine Fähre. Seit Mitternacht ist Großbritannien nicht mehr Mitglied des EU-Binnenmarktes und der Zollunion.
Ein Lastwagen fährt im Hafen von Larne in Nordirland an Bord eine Fähre. Seit Mitternacht ist Großbritannien nicht mehr Mitglied des EU-Binnenmarktes und der Zollunion. © Liam Mcburney/PA Wire/dpa
Dover/London

Anders als befürchtet haben die ersten Lastwagen nach dem vollständigen Bruch Großbritanniens mit der EU den Ärmelkanal ohne Verzögerungen überquert. Die Lage am Eurotunnel sei ruhig gewesen, sagte ein Sprecher des Betreibers Getlink der Nachrichtenagentur PA am Freitagmorgen.

"Die Mehrheit der Fahrer wird keine Änderungen bemerken." Seit Mitternacht ist Großbritannien nicht mehr Mitglied des EU-Binnenmarktes und der Zollunion. Das bedeutet auch Zollkontrollen. Die Behörden hatten aber angekündigt, die Regelung anfangs recht locker zu handhaben. "Die Regierung kann nicht erwarten, dass Unternehmen in der Kürze der Zeit alle Formalitäten bereit haben", sagte Tudor Price, Vizechef der Handelskammer der südostenglischen Grafschaft Kent.

In Irland hingegen warnte die Regierung vor Verzögerungen im Warenverkehr. Der Handel werde mit Sicherheit "durch sehr viel mehr Kontrollen, Zollerklärungen, Bürokratie und Papierkram" gestört, sagte Außenminister Simon Coveney der BBC. Die britische Provinz Nordirland ist de facto weiter Mitglied des Binnenmarktes, allerdings gibt es nun eine Zollgrenze in der Irischen See.

Eine gute Nachricht für britische Autofahrer verkündete Verkehrsminister Grant Shapps in der Neujahrsnacht. Für Fahrten in die EU sei kein internationaler Führerschein nötig, twitterte Shapps.

Mit vielen Emotionen verabschiedete sich Schottland aus der EU. "Schottland wird bald zurück sein", schrieb Regierungschefin Nicola Sturgeon bei Twitter. "Lasst das Licht an." Dazu schickte sie ein Foto, das die Wörter "Europa" und "Schottland" mit einem Herzen verbunden auf das Gebäude der EU-Kommission projiziert zeigt. Sturgeon strebt die Loslösung von Großbritannien an. In Umfragen befürwortet die Mehrheit in dem Landesteil die Unabhängigkeit, die Region hatte im Brexit-Referendum für den Verbleib in der EU votiert.

© dpa-infocom, dpa:210101-99-864991/5

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