Griechisches Dilemma

EU-Gipfel in Cannes: Die AZ-Redakteurin Vanessa Assmann über die Spielräume der griechischen Politiker.    
| Vanessa Assmann
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Die Euro-Spitzen sind mit ihrem Griechisch am Ende. Vor einer Woche verkündeten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Sarkozy noch die Rettung Griechenlands, jetzt drohen sie offen mit dem Ausschluss aus der Eurozone. Papandreous Ankündigung, ein Referendum abzuhalten, hat alles verändert. Dass es nun vom Tisch ist, ist gut für Europa – aber ist es auch gut für Griechenland?

Vorweg: Papandreous Referendum war fragwürdig, hätte das Thema doch beim EU-Gipfel vor einer Woche auf den Tisch gehört. Die europäischen Verhandlungspartner fühlten sich über den Tisch gezogen. Das innenpolitische Problem: Zwei Drittel der Griechen wollen den Euro behalten. Geht es aber um die Sparpakete, ist die große Mehrheit dagegen. Dabei ist klar: Es wird das eine nicht ohne das andere geben. Deswegen ist es folgerichtig, dass das Referendum nun vom Tisch ist.

Denn: Welche Frage hätte man den Griechen stellen wollen? So komplex das Thema ist, an der Wahlurne hätte es sich auf ein „Ja“ oder „Nein“ herunterbrechen lassen müssen. Ein „Ja, aber“, das sich viele Griechen wohl gewünscht hätten, konnte es nicht geben. Ein Dilemma aber bleibt: Im Falle eines Referendums hätten die griechischen Politiker ihre Energie darauf verwenden müssen, die Botschaft aus Cannes zu verbreiten: Ohne Sparprogramm ist der griechische Euro Geschichte. Das können sie sich jetzt sparen – gut für die EU, schlecht für die Demokratie.

 

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