"Goodbye": Starmers Abschied mit Humor und warmen Worten

Ein letztes Mal erlebt Keir Starmer die traditionelle Fragestunde im Parlament. Dort, wo gerne mal die Stimme laut wird, geht es ziemlich harmonisch zu. Und eine Mülltonne spielt auch eine Rolle.
von  dpa
Starmer erlebte seine letzte Fragestunde im britischen Parlament.
Starmer erlebte seine letzte Fragestunde im britischen Parlament. © House Of Commons/Uk Parliament/PA Wire/dpa

Warme Worte zum Abschied, Witze über die Rechtspopulisten und viel Fußball: Der scheidende britische Premierminister Keir Starmer hat eine sehr harmonische – und deshalb außergewöhnliche – letzte Fragestunde im Parlament erlebt. Im House of Commons, in dem sich die Parteivertreter gegenseitig meist scharf kritisieren, sagte der 63-Jährige: "Dies ist das Ende meines politischen Weges." Er übergebe das Land in einem besseren Zustand.

Am Schluss der etwa 50-minütigen Fragerunde beendete der Premier seine knappe Abschiedsrede mit brüchiger Stimme und dem Satz: "An meine Frau und meine Kinder: Ich liebe euch. Goodbye."

Starmer wird an diesem Freitag aller Voraussicht nach von Andy Burnham als Vorsitzender der regierenden Labour-Partei abgelöst. Am kommenden Montag folgt dann die Übergabe des Amts des Regierungschefs. Seinen Nachfolger werde er "mit voller Überzeugung unterstützen", sagte Starmer, der gelöst und gut gelaunt wirkte.

Alle wollen den WM-Titel

Im Parlament wurde Starmer für seine Verdienste gewürdigt. Auch Oppositionsführerin Kemi Badenoch fand nette Worte für den Premier – wenn auch verbunden mit der einen oder anderen Spitze. "Ich erinnere mich noch daran, als ich diesen Job angefangen habe. Der Premierminister war damals sehr hilfsbereit und meinte, ich würde das Jahr nicht überstehen. Wie schnell sich das Blatt doch wenden kann...", sagte Badenoch. Starmer lächelte.

Gleich mehrere Abgeordnete sprachen das Halbfinalspiel der Engländer bei der Fußball-WM am Abend in den USA gegen Argentinien an. Einig waren sich alle: Die Three Lions sollen am Sonntag den Titel gewinnen. Starmer erinnerte augenzwinkernd an die außerordentlich gute Siegstatistik der englischen Nationalmannschaft während seiner Amtszeit.

Zur Sprache kam auch immer wieder die Nachwahl im Bezirk Clacton, bei der Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage nach einem politischen Manöver antritt, um sich wieder ins Parlament wählen zu lassen. Weil alle größeren Parteien sich weigern, Kandidaten aufzustellen, könnte sein größter Konkurrent ein Komiker werden: Count Binface, auf Deutsch etwa "Graf Mülltonnengesicht" alias Jon Harvey. Ein Abgeordneter sagte, einer der Kandidaten habe nur Ideen für die Mülltonne – und der andere sei Count Binface.

merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.