"Viele Verbindungen bis nächste Woche ausgebucht": Bayerische Urlauber berichten aus Dubai & Co.
Mit gepackten Koffern stand Paula Seemüller am Samstagmorgen eigentlich schon in der Lobby ihres Hotels in Dubai. Nur noch ein Taxi zum Flughafen hätte sie sich rufen müssen. Dann erhielt sie die Nachricht, dass ihr Flug nach München storniert wurde.
Die 24-Jährige aus der Nähe vom Chiemsee studiert Immobilienwirtschaft und war auf einer einwöchigen Studienreise in Dubai. Dort hatte sie mit ihrer Reisegruppe unter anderem Hotels besichtigt und Vorträge besucht. Der Aufenthalt in der Wüstenmetropole hat sich jetzt deutlich verlängert.
"Man telefoniert viel mit der Familie"
Schnell nach der Stornierung am Samstag erfuhr Seemüller dann von der militärischen Eskalation im Iran. "Da haben wir alle gemerkt, jetzt werden wir erst mal kurzzeitig nicht zurückfliegen können." Teile der Studiengruppe reisten bereits einen Tag früher ab.
Mit drei anderen gestrandeten Teilnehmern teilt sie sich jetzt eine Ferienwohnung außerhalb der Stadt. "Man telefoniert natürlich viel mit der Familie und schaut die ganze Zeit Nachrichten", sagt Seemüller über den derzeitigen Alltag.

Die Tage vergehen laut der 24-Jährigen sehr schnell. Viel Zeit verbringen sie und ihre derzeitigen Mitbewohner mit der Suche nach Flügen. Sie versuchen, möglichst zusammen zu fliegen, damit am Ende nicht eine Person allein in Dubai festsitzt.
Sie hat ihren Flug auf Freitag umgebucht
Ihre Airline habe zwar kostenlos Alternativen zu ihrem ausgefallenen Flug angeboten, diese seien aber immer sehr schnell weg. Bei einigen müsse man auch noch etwas draufzahlen.
Derzeit hat sie bei ihrer Airline ihren Flug auf Freitag umgebucht. Zusätzlich hat sie sich auch ein Ticket für einen anderen Flug am Donnerstag gekauft. Ob diese tatsächlich stattfinden können, weiß sie nicht.
Schwierige Kommunikation mit dem Auswärtigem Amt
Genauso wenig weiß sie, ob sie die zusätzlichen Kosten für die Ferienwohnung und den neuen Flug am Ende selbst zahlen muss. Vor Ort habe sie dazu noch keine Informationen erhalten.
Auch die Kommunikation mit dem Auswärtigen Amt sei bis jetzt äußerst schwierig verlaufen. Dieses habe zwar einige E-Mails verschickt, aber keine konkreten Möglichkeiten zur Ausreise anbieten können. +
Bei der Anmeldung in der App der Krisenvorsorgeliste Elefand habe es aus technischen Gründen ebenfalls Probleme gegeben. Neben der deutschen hat Seemüller auch die österreichische Staatsbürgerschaft. Die Alpenrepublik habe für ihre Staatsbürger immerhin Busse nach Saudi-Arabien und in den Oman geschickt.
Der Moment, in dem klar wird: Es ist ernst
Ebenfalls betroffen vom geschlossenen Luftraum in der Golfregion ist die Münchner Influencerin Vanessa Teske. Sie war mit ihrem Freund und dessen Verwandten in Dubai. Vom Beginn der amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran erfuhr Teske, als sie gerade in der Wüste unterwegs war.
Über die Nachrichten bekamen sie mit, dass durch iranische Angriffe das Fairmont Hotel in Dubai in Brand geraten ist. "Das war der erste Moment, in dem uns bewusst wurde, dass etwas Ernstes passiert", sagt sie der AZ.

Anders als Paula Seemüller entschieden sich Vanessa Teske, ihr Freund und dessen Verwandte, Dubai möglichst schnell zu verlassen. Noch am ersten Abend seit Beginn der Angriffe hatten sie einen Fahrer organisiert, der sie in den Oman bringen sollte. Die Fahrt habe mehrere Stunden gedauert, die Kontrollen an der Grenze ebenfalls.
Die Menschen vor Ort überschütten sie mit Hilfsangeboten
Seit Sonntagabend ist die Gruppe nun im Oman. Die Menschen dort sind laut Teske außergewöhnlich gastfreundlich. "Täglich erreichen mich 30 bis 40 Nachrichten von Einheimischen, die uns ihre Hilfe anbieten", sagt die 30-Jährige.
Auf Instagram informiert Teske ihre 186.000 Follower über alle neuen Entwicklungen. Eigentlich wollte sie bereits am Montag nach Bali weiterreisen. Diesen Plan musste sie ändern.
Münchner Ehepaar sitzt in Thailand fest
Die Suche nach einer Alternative gestaltete sich kompliziert. "Viele Verbindungen sind bereits bis nächste Woche ausgebucht", sagt Teske. Dennoch hat sie einen Flug mit Zwischenstopps nach Bali am Donnerstag gefunden.
Nicht nur als Urlaubsort, sondern auch als internationales Drehkreuz fällt Dubai derzeit weg. Mit Auswirkungen auch auf Bernhard Kastner und seinen Ehemann Stephan Schraidt. Die beiden Münchner verbrachten die vergangenen zwei Wochen im Thailand-Urlaub.

Eigentlich wollten sie bereits am Donnerstag zurückfliegen. Der Flug über Dubai fällt nun aber aus. Die Frage, wie sie wieder nach Hause kommen, habe die beiden sehr gestresst. "Wir haben jetzt wirklich zwei Tage nichts anderes getan als telefoniert", sagt Kastner.
Sie müssen den Urlaub um eine Woche verlängern
Mit der Hilfe eines befreundeten Reisebüroinhabers konnten sie sich einen Flug zurück nach München mit Zwischenstopp in Rom am 13. März sichern. Bis dahin müssen sie ihren Urlaub in Thailand um eine Woche verlängern. Die deutlich gestiegenen Preise für die neuen Flugtickets und für das Hotel müssen sie dabei in Kauf nehmen.
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