Gericht in Nordirland lässt umstrittene Oranier-Parade zu

Erstmals seit fast drei Jahrzehnten darf der protestantische Oranier-Orden entlang der Garvaghy Road in einem katholischen Teil von Portadown marschieren. Die Bestätigung kommt kurz vor der Parade.
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In der Vergangenheit hatte es immer wieder Konflikte wegen der Märsche gegeben. (Archivbild)
In der Vergangenheit hatte es immer wieder Konflikte wegen der Märsche gegeben. (Archivbild) © picture alliance / dpa
Belfast

Nur wenige Stunden vor Beginn einer umstrittenen Parade des protestantischen Oranier-Ordens in der nordirischen Stadt Portadown hat ein Gericht in Belfast die Zulassung des Umzugs bestätigt. Das Gericht müsse die Entscheidung der zuständigen Parades Commission als einer öffentlichen Einrichtung respektieren, sagte Richter Michael Humphreys laut der britischen Nachrichtenagentur PA am frühen Morgen zur Begründung. Die Parade sollte um 8.00 Uhr Ortszeit (9.00 Uhr MESZ) starten. Der Entscheidung gegen 2.15 Uhr war ein erbitterter Streit vorausgegangen. 

Die zuständige Parades Commission hatte den Umzug zunächst erlaubt und damit zugelassen, dass die sogenannten Orangemen heute entlang der Garvaghy Road durch einen überwiegend katholisch-nationalistisch geprägten Stadtteil Drumcree marschieren dürfen. Damit war es den Protestanten erstmals seit fast drei Jahrzehnten wieder erlaubt, entlang der Garvaghy Road zu ziehen.

Seit 1998 hatte die zuständige Parades Commission den Marsch über die Straße untersagt. In den 1990er-Jahren kam es im Zuge des sogenannten Drumcree-Konflikts zu teils schweren gewaltsamen Auseinandersetzungen. 

Anwohner gegen Parade - Richter sieht "Eskalationspotenzial"

Die Entscheidung wurde jedoch am Samstag von einer Anwohnergruppe vor Gericht angefochten, und Richterin Patricia Smyth erließ am High Court eine einstweilige Verfügung, mit der der Umzug wegen "Eskalationspotenzials" gestoppt wurde. Ein Mitglied des Oranier-Ordens focht dann die einstweilige Verfügung erfolgreich vor dem Berufungsgericht an. Anschließend erhielt die Anwohnerkoalition wiederum die Erlaubnis, diese Entscheidung vor dem High Court anzufechten.

In der Nacht hatte sich Medienberichten zufolge auf der Garvaghy Road eine größere Menschenmenge versammelt. Vermummte hätten zudem das nördliche Ende der Straße in Richtung Drumcree blockiert.

Der Oranier-Orden wurde 1795 als Bund zur Erhaltung von Monarchie und Protestantismus in der Kleinstadt Portadown gegründet. Seine Mitglieder suchten damals Schutz vor Angriffen irischer Katholiken.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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