Gauck warnt vor überzogenen Erwartungen an Corona-Politik

Altpräsident Joachim Gauck findet, das Deutschland aufgrund der staatlichen Maßnahmen bisher ganz gut durch die Krise gekommen ist. Für Proteste gegen die Corona-Maßnahmen hat er kein Verständnis.
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Altbundespräsident Joachim Gauck: "Ein paar Illiberale rechts wie links tun auf einmal so, als würden sie Freiheitseinschränkungen nicht ertragen.".
Christophe Gateau/dpa/dpa Altbundespräsident Joachim Gauck: "Ein paar Illiberale rechts wie links tun auf einmal so, als würden sie Freiheitseinschränkungen nicht ertragen.".

Berlin - Die Bürger sollten nach Ansicht des früheren Bundespräsidenten Joachim Gauck die Einschränkungen durch die Corona-Krise nicht überbewerten.

Als 80-Jähriger wisse er "von noch bedrohlicheren Lebenskrisen, von wirklicher Unfreiheit und von noch größerer wirtschaftlicher Not", sagte Gauck der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Je besser es den Menschen geht, desto größer werden natürlich auch ihre Erwartungen." Bislang sei Deutschland aber aufgrund der staatlichen Maßnahmen vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Es gebe daher hinreichend Gründe, zuversichtlich zu bleiben.

Zugleich lobte der Altpräsident (Amtszeit: 2012-2017) das Gros der Bevölkerung. "In einer Phase, in der sehr viel Wut und Frust gegen die Regierung hätte entstehen können, ist sogar ein Sympathiebonus für diejenigen entstanden, die Verantwortung tragen. Die Leute sehen dann doch die Vorteile unserer Gesellschaftsordnung."

Proteste gegen die Corona-Maßnahmen von Anhängern der politischen Ränder kritiserte Gauck. "Ein paar Illiberale rechts wie links tun auf einmal so, als würden sie Freiheitseinschränkungen nicht ertragen", sagte er. "Das kommt mir komisch vor."

© dpa-infocom, dpa:200628-99-591483/2

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