Gauck fordert Toleranz für Querdenker und Impfgegner

Angesichts der Demonstrationen gegen die Corona-Politik ruft der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck zum gegenseitigen Verstehen auf. Nicht alle Teilnehmer seien "eine Gefahr für die Demokratie".
| dpa
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Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck Anfang vergangenen Jahres.
Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck Anfang vergangenen Jahres. © Christophe Gateau/dpa
Berlin

Altbundespräsident Joachim Gauck fordert eine größere Toleranz für sogenannte Querdenker und Impfgegner.

"Ja, das Ausmaß an Spinnerten, die Querfront von Linksaußen bis Rechtsaußen und das Esoterische, das alles schreckt ab", sagte er dem "Tagesspiegel" im Hinblick auf Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen. "Aber nicht alle, die dort mitlaufen, sind eine Gefahr für die Demokratie. Wir können doch nicht alle ausgrenzen, die mit der Corona-Politik unzufrieden sind." Wer Hass und Hetze verbreite, dem müsse mit rechtsstaatlichen Mitteln entgegengetreten werden. "Aber ich möchte auch nicht, dass wir mit dem illiberalen Mittel des Verbotes einschreiten, solange jemand nicht wirklich die Demokratie gefährdet", so Gauck.

Am Wochenende versammelten sich in Berlin trotz Verbot einige Hundert Menschen zu Demonstrationen gegen die Corona-Politik. Es kam zu Festnahmen. Viele Menschen trugen Polizeiangaben zufolge keine Masken und hielten sich nicht an die Abstandsregeln.

© dpa-infocom, dpa:210523-99-708701/2

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