Gaddafi-Hochburgen vor dem Fall

In Libyen hat sich unnmittelbar vor Ablauf eines Ultimatums keine friedliche Übergabe der letzten Hochburgen des gestürzten libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi abgezeichnet.
| dpa
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 In Libyen hat sich unnmittelbar vor Ablauf eines Ultimatums keine friedliche Übergabe der letzten Hochburgen des gestürzten libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi abgezeichnet.

Tripolis/Kairo/New York - Der Übergangsrat hatte den letzten Gaddafi-Getreuen in vier Städten eine Frist bis Freitag um Mitternacht gesetzt, die Waffen niederzulegen. Während die Aufständischen in Libyen das Gaddafi-Regime endgültig stürzen wollen, zeichnet sich im Weltsicherheitsrat eine rasche Lösung für eine UN-Mission ab.

Bereits Stunden vor Ablauf des Ultimatums lieferten sich Gaddafi-Kämpfer und Aufständische in der 150 Kilometer südlich von Tripolis gelegenen Stadt Bani Walid heftige Gefechte. Die Rebellen waren trotz großer Gegenwehr bis auf zwei Kilometer Entfernung zum Stadtzentrum vorgerückt, wie der britische Sender BBC unter Berufung auf einen Kommandeur berichtete. 29 bewaffnete Gaddafi-Anhänger wurden nach Informationen des arabischen Nachrichtensenders Al-Arabija getötet. Allerdings warteten die Rebellen weiter auf den Befehl ihrer Militärführung, die ganze Stadt zu stürmen.

Nach dem Fall der Hauptstadt Tripolis kontrollierten die letzten Gaddafi-Anhänger vor Ablauf des Ultimatums nur noch vier Städte. Das waren außer Bani Walid noch Sirte, die Geburtsstadt des Ex-Diktators, sowie die Oase Dschufra und die Garnisonsstadt Sebha im Süden des Landes.

Der 69 Jahre alte Gaddafi war vor zweieinhalb Wochen durch einen bewaffneten Volksaufstand aus der Hauptstadt Tripolis vertrieben worden. Sein gegenwärtiger Aufenthaltsort ist unbekannt. Allerdings behaupten die Rebellen, sie hätten den Ex-Diktator eingekreist.

Bei den Gesprächen um eine UN-Mission in Libyen will der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zu einer schnellen Lösung kommen. Schon in der nächsten Woche solle ein Resolutionsentwurf vorgelegt werden, hieß es aus UN-Kreisen. "Im Rat zeichnet sich eine große Einigkeit zur zentralen Rolle der UN für die Zukunft Libyens ab", bestätigte der Sonderberater des UN-Generalsekretärs, Ian Martin, am Freitag vor Journalisten.

Die "United Nations Support Mission in Libya (UNSMIL)" soll zunächst für drei Monate ein Mandat erhalten. Während dieser Zeit soll der Bedarf an Unterstützung der Vereinten Nationen in Absprache mit dem Übergangsrat bestimmt werden. Danach wird der Sicherheitsrat eine umfassendere Mission beschließen. Laut Martin könnte die UN-Mission in den ersten Monaten eine Stärke von etwa 200 zivilen Mitarbeitern haben.

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