G20-Prozess um Brandstiftungen beginnt mit Applaus

Sie zogen eine Spur der Verwüstung durch die noble Hamburger Elbchaussee: 220 Vermummte konnten beim G20-Gipfel im vergangenen Jahr ungestört Autos anzünden und schwere Zerstörungen anrichten, weil die Polizei anderswo beschäftigt war. Nun stehen fünf junge Männer vor Gericht.
| dpa
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Die militanten G20-Gegner hatten in ganz Hamburg Autos in Brand gesetzt.
Christophe Gateau/dpa 10 Die militanten G20-Gegner hatten in ganz Hamburg Autos in Brand gesetzt.
Menschen protestieren während des G20-Gipfels im Hamburger Schanzenviertel.
Markus Scholz/Archiv/dpa 10 Menschen protestieren während des G20-Gipfels im Hamburger Schanzenviertel.
Auch der massive Wasserwerfer-Einsatz konnte die Eskalation nicht verhindern.
Axel Heimken/dpa 10 Auch der massive Wasserwerfer-Einsatz konnte die Eskalation nicht verhindern.
Die Proteste gegen den G20-Gipfel in Hamburg eskalierten trotz eines gigantischen Polizeiaufgebots.
Boris Roessler/dpa 10 Die Proteste gegen den G20-Gipfel in Hamburg eskalierten trotz eines gigantischen Polizeiaufgebots.
Ein Demonstrant wirft Holzstücke in eine brennende Barrikade.
Axel Heimken/dpa 10 Ein Demonstrant wirft Holzstücke in eine brennende Barrikade.
Konfrontation: Eine junge Frau weicht auch nach einem massiven Pfefferspray-Einsatz nicht von der Motorhaube des Polizeifahrzeugs.
Boris Roessler/dpa 10 Konfrontation: Eine junge Frau weicht auch nach einem massiven Pfefferspray-Einsatz nicht von der Motorhaube des Polizeifahrzeugs.
Blick in ein während der G20-Krawalle geplündertes Geschäft im Hamburger Schanzenviertel.
Bodo Marks/dpa 10 Blick in ein während der G20-Krawalle geplündertes Geschäft im Hamburger Schanzenviertel.
Der Schwarze Block und die Polizei haben sich aufgestellt - wenig später eskaliert die Gewalt beim G20-Gipfel.
Markus Scholz/dpa 10 Der Schwarze Block und die Polizei haben sich aufgestellt - wenig später eskaliert die Gewalt beim G20-Gipfel.
G20-Demonstranten stellen sich in der Krawallnacht einem Wasserwerfer in den Weg.
Daniel Bockwoldt/dpa 10 G20-Demonstranten stellen sich in der Krawallnacht einem Wasserwerfer in den Weg.
Feuerwehrleute löschen nach den eskalierten Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg die letzten Brände.
Axel Heimken/dpa 10 Feuerwehrleute löschen nach den eskalierten Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg die letzten Brände.

Hamburg - Fast anderthalb Jahre nach dem G20-Gipfel in Hamburg hat am Dienstag der erste Prozess um die Brandstiftungen und Zerstörungen an der Elbchaussee begonnen. Angeklagt sind vier junge Männer aus Hessen (18, 18, 22, 24) und ein Franzose (23).

Ihnen wird Landfriedensbruch in einem besonders schweren Fall vorgeworfen. Weitere Anklagepunkte sind Mittäterschaft bei Brandstiftung, gefährlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz.

Laut Anklage waren am Morgen des 7. Juli 2017 rund 220 schwarz vermummte Personen über die abseits von den Konferenzorten gelegene Elbchaussee gezogen und hatten durch das Anzünden von Autos, Einschlagen von Scheiben und andere Zerstörungen einen Schaden von mindestens einer Million Euro angerichtet. Acht Menschen erlitten Schocks oder wurden verletzt. Ein Busfahrer wurde so schwer psychisch beeinträchtigt, dass er sich laut Anklage über mehrere Monate stationär behandeln lassen musste.

Die Verteidiger argumentierten, die Polizei hätte einschreiten müssen, um ihren friedlichen Mandanten und anderen Teilnehmern des Aufzugs das Demonstrationsrecht zu sichern. "Der wesentliche Punkt ist: Das Ganze war eine Demonstration", sagte die Rechtsanwältin Gabriele Heinecke. Die Nicht-Anwendung des Demonstrationsrechts mache die gesamte Anklage verfassungswidrig. Die rund 80 Zuschauer im Saal begrüßten und verabschiedeten die Angeklagten mit tosendem Applaus und Jubel.

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