Für Grünen Knopf: Minister Müller schafft Platz im Schrank

Das neue staatliche Siegel für sozial und ökologisch produzierte Textilien kommt: Entwicklungsminister Gerd Müller schafft für Produkte mit dem Grünen Knopf Platz in seinem Kleiderschrank.
| Natalie Kettinger, Lisa Marie Albrecht
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Entwicklungsminister Gerd Müller beim Besuch in der AZ-Redaktion.
Petra Schramek Entwicklungsminister Gerd Müller beim Besuch in der AZ-Redaktion.

München - Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU), der am Montag den Grünen Knopf vorstellen wird, schafft auch im eigenen Schrank Platz für Kleidungsstücke mit dem neuen staatlichen Siegel für sozial und ökologisch produzierte Textilien.

Der Inhalt seines Kleiderschrankes werde gerade umgestaltet, weil in den nächsten Tagen die ersten Produkte mit dem Grünen Knopf auf den Markt kommen: "Der Anzug kommt von Boss. Unterwäsche kaufe ich bei Trigema. Hemden und Socken kommen neu von Unternehmen, die auch mitmachen", sagte Müller im Interview mit der AZ (Samstagsausgabe).

Gerd Müller:"Fair darf keine Nische sein"

Auf die Frage, welche Firmen beim Grünen Knopf außerdem dabei seien, sagte Müller: "Zum Beispiel der Outdoor-Spezialist Vaude, was zeigt, dass auch Mittelständler diese Voraussetzungen schaffen können." Von den 25 Vorreitern, die am Montag vorgestellt würden, seien zwei Drittel Mittelständler oder kleinere Unternehmen.

"Aber auch große Firmen wie Tchibo, die Otto-Group oder eben Hugo Boss machen mit", so Müller weiter. "Das ist wichtig, denn fair darf keine Nische mehr sein. Fair muss Fashion und fesch sein." Der Grüne Knopf setzt wie das Textilbündnis, das Müller 2014 ins Leben gerufen hat, auf Freiwilligkeit.

Gerd Müller gegen "Verhinderungsstrategien von vorgestern"

Dem Bündnis haben sich rund 50 Prozent der Branche angeschlossen. Das sei ein Erfolg, sagte Müller. Es sollten aber 100 Prozent werden. Eine gesetzliche Regelung sei in dieser Legislaturperiode jedoch zum Scheitern verurteilt, weil es "erheblichen Widerstand" gebe. "Ich bin der Meinung, dass es gesetzliche Mindeststandards für alle geben sollte", sagte Müller.

Menschenrechte einzuhalten, dürfe kein Wettbewerbsnachteil sein. "Aber ich habe leider weder ein Initiativrecht noch eine Mehrheit für ein entsprechendes Gesetz." Laut Müller kämen immer wieder dieselben Totschlag-Argumente: "Sowas müsse europaweit gelten, sonst würde der Markt verzerrt. Man könne nicht die komplette Lieferkette bis nach Bangladesch zertifizieren. Außerdem würden die hohen Kosten den Mittelstand kaputtmachen."

Der Grüne Knopf und die vielen Mittelständler, die mitmachten, würden nun jedoch zeigen: "Es geht". Alles andere seien "Verhinderungsstrategien von vorgestern".

Das komplette Interview lesen Sie am Samstag in der AZ-Printausgabe! 

Lesen Sie auch: Gerd Müller -

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