Frauenpower für die Digitalisierung: Weibliche Fachkräfte gewünscht

Das wünschen sich die beiden Verantwortlichen für Bayern und Bund. Sie wollen mit einer neuen Initiative weibliche Fachkräfte gewinnen.
| Lisa Marie Albrecht
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Ein digitaler Weihnachtsbaum! Der Rest wird von einer App nachträglich eingefügt.
StMD, www.virtuellerbaum.de Ein digitaler Weihnachtsbaum! Der Rest wird von einer App nachträglich eingefügt.

Wer am Dienstag ins Bayerische Digitalministerium gekommen ist, könnte denken: Die virtuelle Zukunft ist fest in Frauenhand. Die neue Staatsministerin Judith Gerlach und Dorothee Bär, Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, sind dort zusammengekommen. Die beiden CSU-Politikerinnen haben eine Mission. Sie wollen mehr Mädchen und junge Frauen für sogenannte Mint-Berufe begeistern. Mint ist die Zusammenfassung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Denn obwohl die Digitalisierung auf politischer Ebene zwei weibliche Gesichter hat, sieht es in der Arbeitswelt anders aus. Rund 490 000 Stellen in den Mint-Berufen seien deutschlandweit unbesetzt, heißt es vonseiten des Digitalministeriums.

Dem gegenüber steht wenig Frauen-Nachwuchs: Im Jahr 2018 habe der Anteil der Informatikstudentinnen nur bei 20 Prozent gelegen, bei den Auszubildenden für Fachinformatik nur bei sieben Prozent.

Neue Initiative soll jungen Frauen beim Berufseinstieg helfen

"Die Zahlen sprechen eine klare Sprache", sagt Digitalministerin Gerlach bei ihrer ersten Pressekonferenz im neuen Amt. "Jedes Jahr geht enorm viel digitale Frauenpower verloren. Mein klares Ziel ist deshalb: Wir wollen schnell, frühzeitig und effizient mehr Frauen in digitale Berufe bringen!"

Deshalb startet bald die Initiative "BayFiD" – das steht für "Bayerns Frauen in Digitalberufen". Die Kernidee: Ab Mitte 2019 sollen 50 Frauen zwischen 18 und 30 Jahren mit dem Programm unterstützt werden, die in entsprechende Berufe einsteigen wollen. Zwei Jahre werden sie demnach von Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft oder Politik begleitet, führen Gespräche, besuchen Netzwerktreffen oder machen Praktika. Das Programm soll es jedes Jahr geben, 2020 verdoppelt sich die Teilnehmerzahl.

Die erste "Digitalpatin" stellt sich persönlich vor: Dorothee Bär. Sie steht ebenso zur Verfügung wie Steffi Czerny, die Veranstalterin der Digitalkonferenz DLD in München und Sami Haddadin, Professor für Robotik und Systemintelligenz an der TU. Weitere Paten sollen folgen.

Bär sagt dazu: "Wir brauchen nicht nur Laptops und Lederhosen, sondern auch Dirndl und Digitalisierung. Ein Programm wie BayFiD, das nah an der Praxis Frauen für digitale Berufe gewinnen will, trifft da den richtigen Nerv." Der Staatsministerin für Digitales ist auch wichtig, dass die Begeisterung für virtuelles Lernen und Technik bereits in der Schule geweckt wird.

Gerlach plaudert über ihre Zeit in der Mädchenschule

Gerlach plaudert noch ein wenig aus dem Nähkästchen: "Ich war auf einer katholischen Mädchenschule." Dort habe man nicht sagen können, Mathe und Physik seien Jungssache. Sie gibt aber auch zu: "Ich war leider in diesem Bereich nicht gesegnet."

Das gut gelaunte Frauenduo macht noch ein wenig Werbung für das neue bayerische Ministerium: Es habe den ersten digitalen Weihnachtsbaum (siehe Fotos). Ein Start-up aus Regensburg hat eine App entwickelt, mit der man das Bäumchen nachträglich einfügt.

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