Frankreich setzt Militäroperationen mit Mali temporär aus

Der französische Präsident Emmanuel Macron setzt die Zusammenarbeit mit der Armee in Mali aus. Mit dem Schritt will er seiner Forderung an die Putschisten Druck verleihen.
dpa |
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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will seine gemeinsamen militärischen Operationen mit Mali nach dem jüngsten Putsch zeitweise aussetzen.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will seine gemeinsamen militärischen Operationen mit Mali nach dem jüngsten Putsch zeitweise aussetzen. © Christoph Soeder/dpa
Paris

Frankreich will seine gemeinsamen militärischen Operationen mit Mali nach dem jüngsten Putsch in dem Krisenstaat zeitweise aussetzen.

Man warte auf Garantien für den politischen Übergang, hieß es in einem Schreiben des französischen Verteidigungsministeriums, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete. Auch Beratungsmissionen sollen temporär ausgesetzt werden.

Das Militär in Mali hatte vergangene Woche die Übergangsregierung entmachtet, die bis zur Präsidentschaftswahl 2022 im Amt sein sollte. Putschistenführer Assimi Goita ließ sich zum neuen Übergangspräsidenten ausrufen.

Die frühere Kolonialmacht Frankreich ist in Westafrika massiv im Einsatz gegen Islamistenmilizen; Mali ist ein Schwerpunkt. Die französische Operation "Barkhane" umfasst bis zu 5100 Soldaten. Auch die Bundeswehr hat in Mali mehrere Hundert Soldaten stationiert. In den Staaten der Sahelzone - einem Gebiet, das sich südlich der Sahara vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt - sind etliche bewaffnete Gruppen aktiv. Einige haben den Terrorgruppen Islamischer Staat (IS) oder Al-Kaida die Treue geschworen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte mit dem Rückzug der Truppen seines Landes gedroht, sollte sich Mali nach dem Putsch in Richtung radikaler Islamismus entwickeln.

Die Afrikanische Union und die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas haben Malis Mitgliedschaft ausgesetzt und fordern die Ernennung eines neuen zivilen Staatschefs. Das französische Verteidigungsministerium verwies auf die Anforderungen für den Übergang sowie "rote Linien", die die Organisationen damit aufgezeigt hätten.

© dpa-infocom, dpa:210603-99-854565/2

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