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Folge der Corona-Krise: Eine zerrissene Gesellschaft

AZ-Chefredakteur Michael Schilling über die Corona-Folgen im sozialen Leben.
| Michael Schilling
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Corona ist nicht nur als Virus gefährlich, sondern auch als Spaltpilz. Seit Ausbruch der Pandemie teilt sich die Gesellschaft zusehends in unversöhnliche Lager.

Zwei Seiten im Kampf gegen das Coronavirus

Hier jene, denen Restriktionen und Maßnahmen nicht hart genug sein können. Dort jene, die um ihre Existenzen und Grundrechte womöglich mehr Angst haben als um die Gesundheit. Auf der einen Seite die jüngeren Menschen, denen Ausgangssperren, Homeoffice und -schooling zunehmend gegen den Strich gehen, wie eine aktuelle Umfrage belegt. Wogegen die Älteren mit dem Lockdown besser zurechtkommen - und für die Verbreitung des Virus vor allem die Jüngeren verantwortlich machen.

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Alle Grautöne sind aus der Gesellschaft verschwunden

So ließe sich munter weitermachen: Impf-Enthusiasten gegen -Skeptiker, Drosten-Hardliner gegen Streeck-Fans, 15-km-Regler versus Bergwanderer, Geimpfte, die ins Kino wollen, gegen Nicht-Geimpfte, die genauso auf ihre Rechte pochen. Entweder oder. Schwarz oder weiß - als wären alle Grautöne verschwunden aus einer Gesellschaft, die im letzten Jahr sichtbar geteilt ist.

Vom neuen Präsidenten Joe Biden wird erwartet, dass er die zerrissene Gesellschaft in den USA wieder eint. Genau diese Aufgabe hätten auch die Regierenden hierzulande: Die Menschen nicht in brave und böse Bürger zu unterteilen, sondern zu versöhnen und zu einen. Mit Worten und Maßnahmen. Vielleicht ist es noch nicht zu spät. Aber: Es eilt.

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