Finanzielle Unterstützung für Entwicklungsländer

Viele Menschen in Afrika sind noch ohne Elektrizität. Das soll eine Initiative zur Förderung erneuerbarer Energien auf dem Kontinent ändern. Auch bedrohte Inselstaaten bekommen Unterstützung zugesagt.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Ein nachdenklicher Barack Obama in der französischen Hauptstadt: "Wir brauchen ein Abkommen von Paris".
dpa Ein nachdenklicher Barack Obama in der französischen Hauptstadt: "Wir brauchen ein Abkommen von Paris".

Viele Menschen in Afrika sind noch ohne Elektrizität. Das soll eine Initiative zur Förderung erneuerbarer Energien auf dem Kontinent ändern. Auch bedrohte Inselstaaten bekommen Unterstützung zugesagt - denn auch US-Präsident Obama sieht sich als «Inseljunge».

Paris/Berlin - Im Ringen um einen Weltklimavertrag senden führende Industriestaaten Signale guten Willens an die Entwicklungsländer.

 

Gegen den Klimawandel: Von Millionen bis Milliarden

 

US-Präsident Barack Obama kündigte bei einem Treffen mit Staats- und Regierungschefs von Inselstaaten an, sein Land werde sich mit 30 Millionen US-Dollar (ca. 28,3 Millionen Euro) an einer Versicherung gegen Folgen des Klimawandels beteiligen. Deutschland und Frankreich wollen Milliarden für erneuerbare Energien in Afrika bereitstellen.

Frankreichs Präsident François Hollande versprach auf der Pariser UN-Klimakonferenz, sein Land werde für die Zeit von 2016 bis 2020 zwei Milliarden Euro geben. Die Initiative der Afrikanischen Union soll dafür sorgen, dass bis 2020 zusätzliche Kapazitäten erneuerbarer Energien von mindestens zehn Gigawatt installiert werden. Bis 2030, so die Hoffnung, soll dies auf 300 Gigawatt ansteigen. Am kommenden Montag soll eine Gebererklärung der G7-Länder unterzeichnet werden.

Lesen Sie hier: Umweltschutz: UN-Klimakonferenz:

Die Umweltorganisation Greenpeace lobte das Vorhaben, betonte aber, der Löwenanteil müsse durch verträgliche Wind- und Sonnenenergie geschaffen werden anstatt durch große Staudämme. Christoph Bals von der Organisation Germanwatch sprach mit Blick auf das Langfristziel von einer "riesigen friedenspolitischen und umweltpolitischen Tat".

Das deutsche Entwicklungsministerium will dabei bis 2020 drei Milliarden Euro bereitstellen. "Und das bedeutet modernen, sauberen Strom für 25 Millionen Menschen", sagte Abteilungsleiterin Ingrid Hoven. Angesichts des rapide steigenden Energiebedarfs auf dem Kontinent müssten jetzt Investitionen in Kohle und Gas verhindert werden. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur leben bislang mehr als 620 Millionen Menschen südlich der Sahara ohne Strom.

 

Verdopplung der Klima-Hilfen für Entwicklungsländer

 

Der Betrag ist Teil der geplanten Verdoppelung der deutschen Klima-Hilfen für Entwicklungsländer auf vier Milliarden Euro pro Jahr. Die Forderung der Entwicklungsländer nach Finanzspritzen ist ein Knackpunkt der Verhandlungen um ein Weltklimaabkommen.

Die vom steigenden Meeresspiegel existenziell bedrohten Inseln und Inselgruppen wie Papua Neuguinea, Barbados, die Marshallinseln, Saint Lucia oder Kiribati erhielten politische Unterstützung vom US-Präsidenten Obama. "Wenn sich das Muster des Wetters ändert, könnten wir mit Dutzenden Millionen Klimaflüchtlingen umgehen müssen", sagte er. Der auf Hawaii und in Indonesien aufgewachsene Politiker unterstrich: "Ich bin ein Inseljunge."

 

Drastische Senkung der Erderwärmung als Ziel

 

Die Antikorruptions-Organisation Transparency Deutschland mahnte derweil klare Strukturen bei der milliardenschweren Klimafinanzierung an. "Korruption gefährdet das Zwei-Grad-Ziel der Vereinten Nationen", warnte Edda Müller, Vorsitzende von Transparency Deutschland, in einer Mitteilung. Die 196 Verhandlungspartner wollen sich auf einen neuen Weltklimavertrag einigen, der die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter begrenzen soll.

Lesen Sie hier: Treffen in Paris: Klimagipfel ringt um Konsens gegen Erderwärmung

Nach dem symbolträchtigen Start mit mehr als 150 Staats- und Regierungschefs stehen für die kommenden Tage Verhandlungen auf Expertenebene an. "Man redet jetzt konkret über Text", sagte Deutschlands Chefunterhändler Karsten Sach. Bis Samstag soll ein neuer Entwurf für einen Weltklimavertrag vorliegen. Dann noch strittige Fragen sollen nächste Woche die Umweltminister klären.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren