Feuerpause in Syrien hält bislang

Die von den USA und Russland vereinbarte Waffenruhe in Syrien scheint vorerst zu halten. Abgesehen von kleineren Verstößen und Gefechten war die Situation nach Angaben von Beobachtern und Aktivisten bis zum Vormittag vielerorts ruhig.
| dpa
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Nach Luftangriff: Vor einem zerstörten Auto blickt ein syrisches Kind prüfend in Richtung Himmel. Foto: Mohammed Badra/Archiv
dpa Nach Luftangriff: Vor einem zerstörten Auto blickt ein syrisches Kind prüfend in Richtung Himmel. Foto: Mohammed Badra/Archiv

Damaskus - "In den ersten Stunden der Waffenruhe haben wir noch einige Verstöße festgestellt", sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel-Rahman, der Deutschen Presse-Agentur. "Aber seit Mitternacht gab es keine Verstöße mehr. Ich denke, das ist ein guter Beginn der Waffenruhe."

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat sich zurückhaltend zur neuen Waffenruhe geäußert. "Es ist jetzt noch nicht der Zeitpunkt, um irgendwelche belastbaren Prognosen zu machen", sagte Steinmeier bei einem Besuch in Lettland. "Es ist jedenfalls in den ersten Stunden zu einer sehr deutlichen Reduzierung der Gewalt gekommen. Ob das trägt, müssen wir sehen."

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Hoffnung auf Friedensgespräche

Weiter sagte Steinmeier, die Waffenpause sei enorm wichtig, um humanitäre Hilfsleistungen für die notleidenden Menschen in Syrien zu ermöglichen. Sie sei aber auch "entscheidende Voraussetzung" dafür, dass es tatsächlich Friedensgespräche geben könne.

Abgesehen von vereinzelten Luftangriffen habe es noch Gefechte zwischen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und verfeindeten Aufständischen nahe der Hauptstadt Damaskus gegeben, hieß es von den Menschenrechtsbeobachtern. Auch Aktivisten in der heftig umkämpften nordsyrischen Metropole Aleppo berichteten von einer ruhigen Nacht, ohne dass Kampfjets die Stadt angriffen.

Zweite Waffenruhe dieses Jahr

Am vergangenen Wochenende hatten die USA und Russland in Absprache mit ihren Verbündeten in dem Konflikt eine Waffenruhe für Syrien vereinbart. Seit Montagabend ist die Feuerpause in Kraft. Ausgeschlossen davon sind Angriffe auf Terrorgruppen wie die Terrormiliz Islamischer Staat.

Es ist bereits der zweite Versuch der USA und Russland in diesem Jahr, eine Waffenruhe durchzusetzen. Bereits im Februar hatten sich die beiden Länder geeinigt. Die Feuerpause hielt jedoch nicht lange, weil Russland und die syrische Luftwaffe weiter Angriffe gegen Oppositionsgruppen flogen, die Seite an Seite mit der islamistischen Nusra-Front kämpften.

Ein Kernpunkt der neuen Vereinbarung ist das Ende der Luftangriffe auf Rebellenstellungen. Moderate Gruppen sollen sich zudem von den Islamisten zurückziehen.

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Israelisches Flugzeug sei nicht getroffen worden

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Versuche gegeben, die Gewalt in dem fünf Jahre dauernden Bürgerkrieg zu beenden. Teilweise waren diese Versuche auch auf einzelne Städte begrenzt. Bislang hielten die Feuerpausen aber nie länger als wenige Tage.

Die israelische Armee dementierte syrische Berichte über den angeblichen Abschuss eines israelischen Flugzeugs oder einer Drohne. In der Nacht seien zwar zwei syrische Boden-Luft-Raketen abgefeuert worden, nachdem Israel syrische Artillerie-Stellungen beschossen habe, teilte das Militär mit. Es sei jedoch kein israelisches Flugzeug getroffen worden. "An den Berichten ist nichts dran", sagte Armeesprecher Arye Shalicar. Am Vorabend war ein aus Syrien abgefeuertes Geschoss auf den von Israel besetzten Golanhöhen eingeschlagen. Die israelische Luftwaffe hatte daraufhin Stellungen auf der syrischen Seite des Bergplateaus bombardiert.

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