Fall Epstein: Ex-Premier fühlt sich von Mandelson "betrogen"

Der frühere britische Premierminister Gordon Brown fühlt sich nach den Epstein-Enthüllungen über seinen damaligen Wirtschaftsminister Peter Mandelson "traurig, wütend, betrogen, im Stich gelassen". "Es besteht kein Zweifel daran, dass ein riesiger wirtschaftlicher Schaden hätte entstehen können und vielleicht entstanden ist", sagte Brown der BBC.
Mandelson soll während der Finanz- und Wirtschaftskrise sensible Informationen an den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergegeben haben. "Das bedeutet, dass Großbritannien gefährdet war, die Währung gefährdet war", sagte Brown.
Mandelson war ab 2008 Teil des Kabinetts von Brown. Die Nachrichten, die er in dieser Zeit an Epstein geschrieben haben soll, zeigen nach Browns Einschätzung, dass er während dieser Zeit eine Karriere außerhalb der Regierung geplant habe. "Es war ein kompletter Verrat an seinen Kollegen und an dem Job, den er ausgeübt hat, und natürlich war es auch ein Verrat am Land", sagte Brown der BBC.
Die jüngst durch das US-Justizministerium veröffentlichten Dokumente aus den Epstein-Akten legen aufs Neue eine enge Freundschaft zwischen Mandelson und dem US-Unternehmer Epstein nahe. Die britische Polizei ermittelt gegen den früheren Minister, der erst vor rund einem Jahr zum Botschafter in den USA ernannt worden war. Deshalb steht auch Premierminister Keir Starmer in der Sache unter Druck.
Brown stellt sich hinter Premierminister Starmer
Seinen Labour-Kollegen Starmer beschrieb Gordon Brown als einen integren und "ernsthaften Mann", der einen Fehler gemacht habe, dazu aber auch stehe. "Er will das Richtige tun", so der Ex-Premierminister. Jetzt sei es an der Zeit, die richtigen Konsequenzen aus dem zu ziehen, was geschehen sei.
Den Botschafter-Posten verlor Mandelson wegen des Epstein-Skandals bereits im vergangenen Jahr, zuletzt trat er auch aus der Regierungspartei Labour aus und gab seinen Sitz im Oberhaus des Parlamentes ab.