Fahndungsaufruf gegen korrupte Ärzte empört Mediziner

Auf der Homepage des Verbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) können Versicherte jetzt konkrete Angaben machen - etwa zu Ärzten, die sie für korrupt halten.
| dpa
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Berlin - Mit einem Aufruf an alle Versicherten, unlautere Machenschaften im Gesundheitswesen zu melden, haben die Krankenkassen Empörung bei Deutschlands Ärzten ausgelöst.

"Jeder kann sich mit einem konkreten Verdacht oder glaubhaften Hinweis auf Fehlverhalten im Gesundheitswesen an die zuständige Kranken- oder Pflegekasse, ihre Verbände oder an den GKV-Spitzenverband wenden", schreibt der Verband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auf seiner Homepage. Auf einem Formular können konkrete Angaben gemacht werden - etwa zu Ärzten, die jemand für korrupt hält.

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, reagierte am Freitag in Berlin wütend. Das Formular rufe zu Missbrauch und Verunglimpfung der Ärzte und Psychotherapeuten in Deutschland auf, sagte Köhler. "Die polemischen Begrifflichkeiten Tatort, Tatzeit und tatverdächtige Person sind im höchsten Maße unangebracht: Sie erinnern an einen Krimi und suggerieren direkt ein schweres Verbrechen." Tatsächlich werden diese Begriffe in dem Formular verwendet.

Derzeit plant die Koalition eine Gesetzesverschärfung, damit Staatsanwälte besser gegen Korruption im Gesundheitswesen vorgehen können.

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