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Exit-Diskussion: Erfreulich, befremdlich

Der Chefredakteur Michael Schilling über die Exit-Strategie der Staatsregierung.
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Markus Söder, der Ministerpräsident von Bayern.
Peter Kneffel/dpa/Archivbild Markus Söder, der Ministerpräsident von Bayern.

Wenn der Ministerpräsident verkündet, die Pandemie sei in Bayern unter Kontrolle, ist dies zuallererst ein Grund zur Freude und Erleichterung. Die empfinden die meisten Menschen gewiss auch beim Blick auf die am Dienstag verkündeten Lockerungen. Sie sind erfreulich.

Anderes bleibt befremdlich. Warum etwa hat Söder (und nicht nur er) eine Exit-Diskussion so lang für unangebracht und sogar schädlich erklärt, obwohl sie doch so dringend war und nun endlich von ihm selbst mit angestoßen wird? Und wie will er die Willkür erklären, mit der die Staatsregierung in den vergangenen Wochen manches erlaubt und anderes verboten hat? Man denke an die Öffnungsregeln für Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern Ladenfläche. Oder daran, dass Friseure wieder arbeiten dürfen, Kosmetiker aber immer noch unbezahlt im Wartestand ausharren.

Klar, der Job des Krisenmanagers ist kein einfacher. Je transparenter und nachvollziehbarer, je gerechter und rechtmäßiger seine Entscheidungen sind und auch in Zukunft bleiben, desto mehr Zuspruch wird er erfahren. Es bleibt abzuwarten, ob Söders fulminante Umfragewerte in Bayern den Sommer und Herbst überdauern.

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