Eurogruppe: Athen-Entscheidung am Freitag

Der nächste Schritt im griechischen Schuldendrama. Diesen Freitag soll es zu einer Entscheidung für Athen kommen, denn dann möchte die Eurogruppe über den Hilfsantrag beraten, den die griechische Regierung am Donnerstag gestellt hat.
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Der Vorsitzende der Eurogruppe: Jeroen Dijsselbloem
dpa Der Vorsitzende der Eurogruppe: Jeroen Dijsselbloem

Brüssel - Athen verbreitet Optimismus im Schuldenstreit. "Tag für Tag, Stunde um Stunde kommen wir uns näher", sagt der Finanzminister. Jetzt ist es an seinen Kollegen, zu prüfen, ob der Athener Vorstoß für eine Einigung mit den Geldgebern taugt.

In das griechische Schuldendrama kommt Bewegung: Die neue Regierung hat am Donnerstag endlich den seit Dienstagabend erwarteten Antrag für die Verlängerung der Kredithilfen abgeschickt. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem quittierte den Eingang des Antrages umgehend über den Kurznachrichtendienst Twitter. "Griechischen Antrag für sechsmonatige Verlängerung erhalten", schrieb Dijsselbloem. Weitere Angaben machte er zunächst nicht. Noch am Nachmittag soll sich die sogenannte Arbeitsgruppe der Euroländer damit befassen. Nach früheren Angaben von Finanzminister Gianis Varoufakis könnte sich dann noch am Freitag die Ministerrunde der Eurogruppe in einer Telekonferenz damit beschäftigen.

Lesen Sie hier: Athener Hilfsantrag abgeschickt

Offen bleibt zunächst allerdings weiter die wichtigste Frage: Ist die neue Athener Regierung nun auch bereit, im Gegenzug für Hilfskredite die Auflagen der internationalen Geldgeber zu akzeptieren? Ohne ein Einlenken sind die Europartner nicht zu Zugeständnissen an Athen bereit. Die Zeit wird knapp: Am 28. Februar läuft das aktuelle Hilfsprogramm der Europäer aus. Ohne Verlängerung droht Griechenland die Pleite.

Der griechische Regierungssprecher Gavriil Sakellarides sagte am Morgen im heimischen Fernsehen: "Unser Ziel ist, das Abkommen bald abzuschließen." Am Vorabend hatte sich der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis zuversichtlich gezeigt, dass die Verhandlungen am Freitag erfolgreich abgeschlossen werden können. "Tag für Tag, Stunde um Stunde kommen wir uns näher", sagte Varoufakis am Mittwochabend im griechischen Fernsehen. Nach seinen Worten soll das Dokument sowohl Griechenlands als auch die Wünsche von Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem erfüllen. Am Freitag werde dann die Eurogruppe in einer Telefonkonferenz tagen, sagte Varoufakis.

Lesen Sie hier: Schäuble ist in Athen der Buhmann

Zumal dann auch die Europäische Zentralbank (EZB) den Geldhahn zudrehen könnte. Am Mittwochabend gewährte sie den griechischen Banken zwar noch einmal eine Verlängerung des Notkreditprogramms (ELA) und weitete den Rahmen auf 68,3 Milliarden Euro aus. Wie aus Notenbankkreisen verlautete, läuft das aktuelle ELA-Programm zwei Wochen. Die griechischen Banken brauchen frisches Geld, weil Bürger und Unternehmen wegen der ungewissen Zukunft ihre Konten leerräumen. Die EZB darf aber ELA-Kredite für einen längeren Zeitraum nur gewähren, wenn die Zahlungsfähigkeit der Banken gesichert ist.

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