Es ist fast zu spät

"Die Inflation ist das kleinere Übel, deshalb: Bazooka her": Die AZ-Redakteurin Annette Zoch über die Lösung der Schuldenkrise.  
| Annette Zoch
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Im Herbst wird die Euro-Krise drei Jahre alt. Drei Jahre lang hat Europa es nicht geschafft, die Krise zu lösen. Im Gegenteil: Sie ist immer schlimmer und schlimmer geworden. Und jetzt ist es fast zu spät. So spät, dass wir gar keine Wahl mehr haben zwischen einer besseren und einer schlechteren Alternative. Wir haben nur noch die Wahl zwischen Pest und Cholera. Die eine Alternative ist der Zusammenbruch des Euro.

Da Deutschland am meisten vom Euro profitiert, würde das Deutschland auch am teuersten kommen: Firmenpleiten, Massenarbeitslosigkeit, die Gefährdung des sozialen Friedens drohen. Die zweite Variante wird „Bazooka“ genannt, Panzerfaust: Der Rettungsschirm ESM soll sich bei der Europäischen Zentralbank Geld leihen und davon Staatsanleihen kaufen können, so dass in den Schuldenländern die Zinsen sinken.

EZB und ESM wären ein mächtiges Bollwerk, an dem sich jeder Spekulant die Zähne ausbeißt. Ob das die Lösung ist? Keine Ahnung. Es gibt keinen Präzedenzfall für die aktuelle Situation. Viele Ökonomen prophezeihen als Folge der Bazooka eine Inflation. Doch inzwischen müssen wir uns fragen: Ist das wirklich das schlimmste Szenario? Wenn der Euro zerbricht, wäre unser Geld nicht nur weniger wert, sondern komplett weg. Wir müssen endlich verstehen: Das Haus Europa brennt lichterloh. Aus welchem Schlauch das Löschwasser kommt, ist jetzt erstmal egal.

 

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