Erster Eklat schon vor Trumps Ankunft in Großbritannien

Ärger schon am ersten Tag seiner Staatsvisite in Großbritannien: US-Präsident Trump favorisiert Boris Johnson als möglichen neuen Premierminister und kanzelt den Londoner Bürgermeister Sadiq Khan ab. Welche Fauxpas werden wohl in den nächsten Tagen passieren?
| dpa
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Zwei Männer mit ungewöhnlicher Frisur: Donald Trump nimmt die Ehrenwache im Garten des Buckingham-Palastes ab.
Toby Melville/PA Wire/dpa 11 Zwei Männer mit ungewöhnlicher Frisur: Donald Trump nimmt die Ehrenwache im Garten des Buckingham-Palastes ab.
Donald Trump mit Frau Melania, Prinz Charles und Camilla und natürlich Queen Elizabeth II. vor dem Buckingham Palace.
Yui Mok/PA Wire/dpa 11 Donald Trump mit Frau Melania, Prinz Charles und Camilla und natürlich Queen Elizabeth II. vor dem Buckingham Palace.
Queen Elizabeth II. begrüßt US-Präsident Donald Trump bei seiner Ankunft im Buckingham Palast.
Victoria Jones/PA Wire/dpa 11 Queen Elizabeth II. begrüßt US-Präsident Donald Trump bei seiner Ankunft im Buckingham Palast.
Die britische Königin Elizabeth II. begrüßt Donald Trump und seine Frau Melania Trump im Buckingham Palace.
Yui Mok/PA Wire/dpa 11 Die britische Königin Elizabeth II. begrüßt Donald Trump und seine Frau Melania Trump im Buckingham Palace.
Kurz vor Beginn seines Staatsbesuchs in Großbritannien verspottete US-Präsident Trump den Londoner Bürgermeister Sadiq Khan via Twitter als "Verlierer".
Frank Augstein/AP/dpa 11 Kurz vor Beginn seines Staatsbesuchs in Großbritannien verspottete US-Präsident Trump den Londoner Bürgermeister Sadiq Khan via Twitter als "Verlierer".
Donald Trump und seine Frau werden mit militärischen Ehren am Flughafen Stansted empfangen.
Alex Brandon/AP/dpa 11 Donald Trump und seine Frau werden mit militärischen Ehren am Flughafen Stansted empfangen.
US-Präsident Donald Trump ist zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Großbritannien eingetroffen.
Joe Giddens/PA Wire/dpa 11 US-Präsident Donald Trump ist zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Großbritannien eingetroffen.
Jeremy Hunt (2.v.r), Außenminister von Großbritannien, und Woody Johnson (r), Botschafter der USA in Großbritannien, warten auf die Ankunft von US-Präsident Trump und der First Lady am Flughafen Stansted.
Joe Giddens/PA Wire/dpa 11 Jeremy Hunt (2.v.r), Außenminister von Großbritannien, und Woody Johnson (r), Botschafter der USA in Großbritannien, warten auf die Ankunft von US-Präsident Trump und der First Lady am Flughafen Stansted.
Der US-Präsident trifft im Winfield House, der Residenz des US-Botschafters, ein.
Alex Brandon/AP/dpa 11 Der US-Präsident trifft im Winfield House, der Residenz des US-Botschafters, ein.
Donald Trump und First Lady Melania auf ihrem Weg nach Großbritannien.
Alex Brandon/AP/dpa 11 Donald Trump und First Lady Melania auf ihrem Weg nach Großbritannien.
Die Straße vor dem Buckingham Palace ist für den Besuch von Trump mit Union-Jack und US-Fahnen geschmückt.
David Mirzoeff/PA Wire/dpa 11 Die Straße vor dem Buckingham Palace ist für den Besuch von Trump mit Union-Jack und US-Fahnen geschmückt.

London - Gleich zum Auftakt seines dreitägigen Staatsbesuchs in Großbritannien hat US-Präsident Donald Trump für Verstimmung gesorgt. Er verspottete den Londoner Bürgermeister Sadiq Khan im Kurznachrichtendienst Twitter als "Komplettversager".

Khan, der nach allem, was man höre, furchtbar schlechte Arbeit als Bürgermeister von London geleistet habe, sei "gemein" zu ihm gewesen, twitterte Trump. Khan erinnere ihn an den "sehr dummen und inkompetenten" Bürgermeister von New York, Bill de Blasio - doch sei der Londoner Bürgermeister "nur halb so groß".

Dabei schrieb Trump den Namen des Labour-Politikers mit pakistanischen Wurzeln falsch als "Kahn" statt "Khan". Khan und der US-Präsident lieferten sich schon zuvor verbale Scharmützel. Am Sonntag hatte der Bürgermeister Trumps Sprache mit der von "Faschisten des 20. Jahrhunderts" verglichen. Auch der Demokrat de Blasio ist ein erklärter Trump-Kritiker. Der New Yorker Bürgermeister konterte mit einem eigenen Tweet, in dem er Trump den "Zwilling" des russischen Präsidenten Wladimir Putin nannte - "nur wird seine Präsidentschaft kürzer sein".

Schon kurz zuvor hatte Trump gegen die diplomatischen Gepflogenheiten verstoßen, als er den britischen Ex-Außenminister Boris Johnson als Nachfolger für die scheidende Premierministerin Theresa May empfahl.

Die 93-jährige Königin englische Queen ließ sich beim Empfang des US-Präsidenten und der First Lady Melania im Buckingham-Palast nichts anmerken. Das Präsidentenpaar verzichtete auf eine Verbeugung beziehungsweise einen Knicks, was aber auch nicht zwingend Pflicht bei der Begrüßung der Queen ist. Melania trug ein weißes Kleid mit dunklem Gürtel und Kragen und einen Hut. Begleitet wurde der Empfang vom Kanonendonner der Salutschüsse.

Vor einem gemeinsamen Mittagessen wurden Trump und Melania im Garten des Palasts mit militärischen Ehren empfangen. Der US-Präsident und Thronfolger Prinz Charles schritten die Reihen der Gardesoldaten ab und unterhielten sich mit einigen der Männer in der typisch roten Uniform und den Bärenfellmützen. An den oberen Fenstern des Palasts war zeitweise Trumps Tochter Ivanka mit ihrem Mann Jared Kushner zu sehen. Am Nachmittag besuchte das Präsidentenpaar die Westminster Abbey in London. Für den Abend war ein Staatsbankett im Buckingham-Palast geplant.

Anders als ein normaler Arbeitsbesuch wird eine Staatsvisite mit dem ganzen Pomp des Königshauses zelebriert. Normalerweise wird die Militärparade auf dem Exerzierplatz Horse Guards Parade abgehalten, der Staatsgast reist per Kutsche mit der Queen aus dem Buckingham-Palast über die Prachtstraße "The Mall" an. Doch für Trump wurde das gesamte Zeremoniell hinter die Mauern des Palasts verlegt.

Touristen vor dem Palast konnten keinen Blick auf den Präsidenten und englische Queen erhaschen. Die meisten wussten ohnehin nichts von seinem Besuch und waren überrascht, als er mit dem Hubschrauber einflog.

Die Visite ist höchst umstritten. Am Dienstag wird mit massiven Protesten gerechnet; Berichten zufolge werden 250 000 Teilnehmer erwartet. Millionen Briten unterzeichneten eine Petition, um den Staatsbesuch zu verhindern. Vor Trump bekamen nur zwei US-Präsidenten einen solchen Empfang in London: George W. Bush und Barack Obama.

Trumps Tochter Ivanka twitterte, sie freue sich, in Großbritannien dabei zu sein. Ob noch weitere Trump-Kinder mitreisten, war zunächst unklar. Medien hatten berichtet, der US-Präsident wolle seine vier erwachsenen Kinder mitbringen.

Am Dienstag trifft Trump Regierungschefin May, die bald ihr Amt aufgibt. Im Fokus steht dabei die wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Länder nach dem EU-Austritt Großbritanniens.

Am Mittwoch wollen Trump und Melania in Portsmouth an der Südküste Englands an Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag des sogenannten D-Days teilnehmen. Eine weitere Gedenkveranstaltung zu dem eigentlichen Jahrestag am Donnerstag (6. Juni) ist in Frankreich geplant. Dorthin wollen die Trumps später weiterreisen. Am 6. Juni 1944 waren alliierte Truppen im Zweiten Weltkrieg an den Stränden der Normandie im von Deutschland besetzten Frankreich gelandet.

Zwischendurch plant Trump noch einen Abstecher nach Irland, wo er den irischen Regierungschef Leo Varadkar treffen und Golf spielen will.

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