Ermittler decken Betrug mit Sprachzertifikaten auf

Wer in Deutschland eingebürgert werden möchte, braucht ein Sprachzertifikat. Das machten sich mutmaßliche Betrüger zunutze - bis die Ermittler ihnen auf die Spur kamen.
dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
Staatsanwaltschaft und Polizei Aschaffenburg ermitteln im Zusammenhang mit mutmaßlich gefälschten Sprachzertifikaten. (Symbolbild)
Staatsanwaltschaft und Polizei Aschaffenburg ermitteln im Zusammenhang mit mutmaßlich gefälschten Sprachzertifikaten. (Symbolbild) © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa
Aschaffenburg

Sie sollen im großen Stil illegale Sprachzertifikate organisiert haben - und zwar in ganz Deutschland und in Österreich: Nach einer Durchsuchungsaktion in Nordrhein-Westfalen und in München haben die zuständigen Aschaffenburger Ermittlungsbehörden mehrere Tatverdächtige gefasst. Sprachzertifikate müssen bei den Behörden vorgelegt werden, wenn sich jemand in Deutschland einbürgern lassen möchte. 

Bei den Durchsuchungen am Mittwoch entdeckten die Ermittler nach eigenen Angaben auch eine professionelle "Fälscherwerkstatt" mit hochwertigen Druckern, um falsche Dokumente und Ausweise herstellen zu können. Bei einem Tatverdächtigen fanden sie eine Schusswaffe.

Seit 2025 ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei in Aschaffenburg gegen mehrere Verdächtige, denen die banden- und gewerbsmäßigen Einschleusung von Ausländern, banden- und gewerbsmäßige Urkundenfälschung sowie weitere Delikte vorgeworfen werden. Die Verdächtigen sollen Hunderte illegaler Sprachzertifikate erstellt und verkauft haben. 

Behörden schauten genauer hin

Zunächst sollen sie die Sprachzertifikate gefälscht haben. Da die Behörden jedoch zunehmend genauer hingesehen hätten, seien die Verdächtigen dazu übergegangen, bei den Sprachprüfungen eine andere Person mit gefälschtem Ausweis zu schicken.

Bereits im Juli gab es demnach erste Durchsuchungen und vorläufige Festnahmen, nun folgte eine große Aktion mit Durchsuchungen in mehr als 30 Objekten. Auch mit an Bord waren Kräfte aus Österreich, Unterstützung gab es den Angaben nach auch von Europol. Sieben Tatverdächtige im Alter zwischen 26 und 46 Jahren seien festgenommen worden, gegen sie lagen Haftbefehle vor.

Die Polizei Münster informierte darüber, dass sie darüber hinaus gemeinsam mit der Polizei Warendorf ein eigenständiges Ermittlungsverfahren führt, fünf Verdächtige wurden dabei festgenommen und sitzen nun in U-Haft. Bis zu einer möglichen rechtmäßigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen
lädt ... nicht eingeloggt
 
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.