Erdogan ernennt umstrittenen Staatsanwalt zum Justizminister

Erdogan bildet sein Kabinett um und sorgt damit für Empörung bei der Opposition. Denn der neue Justizminister sorgte schon als Staatsanwalt für Schlagzeilen.
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Erdogan bildet erstmals seit der Parlaments- und Präsidentenwahl 2023 sein Kabinett um. (Archivbild)
Erdogan bildet erstmals seit der Parlaments- und Präsidentenwahl 2023 sein Kabinett um. (Archivbild) © Khalil Hamra/AP/dpa
Istanbul

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Istanbuler Generalstaatsanwalt, der für sein rigoroses Vorgehen gegen die Opposition bekannt ist, zum Justizminister ernannt. Akin Gürlek ersetze den bisherigen Justizminister Yilmaz Tunc, hieß es in einer im Amtsblatt veröffentlichten Erklärung. 

Gürlek war mehr als ein Jahr lang Generalstaatsanwalt von Istanbul und ordnete in der Zeit zahlreiche Ermittlungen gegen Politiker der größten Oppositionspartei CHP an, darunter gegen den abgesetzten Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu. Der Erdogan-Gegner sitzt seit März vergangenen Jahres in Untersuchungshaft.

Opposition bezeichnet Besetzung als Belohnung

Gürlek hatte zudem ein Verfahren wegen Beleidigung gegen Imamoglu eröffnet, weil dieser unter anderem gesagt hatte, der Verstand des Staatsanwalts sei "verrottet". Wegen Beleidigung und Bedrohung eines Amtsträgers war Imamoglu daraufhin zu einem Jahr und acht Monaten Haft verurteilt worden. Das Hauptverfahren gegen Imamoglu wegen Korruptionsvorwürfen beginnt in einem Monat.

Die stellvertretende CHP-Vorsitzende, Gül Ciftci, kritisierte die Besetzung auf der Plattform X scharf. Die Ernennung Gürleks sei eine klare Belohnung für das Vorgehen gegen ihre Partei, schrieb sie. 

Erdogan ernannte zudem den Gouverneur der Provinz Erzurum, Mustafa Ciftci, zum Innenminister, der damit Ali Yerlikaya ablöste. Es ist die erste Kabinettsumbildung seit der Parlaments- und Präsidentenwahl 2023.

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