Epstein-Affäre: Durchsuchung nach Ermittlung gegen Jack Lang

Im Zuge der im Fall Epstein eingeleiteten Ermittlungen gegen Frankreichs renommierten früheren Kulturminister Jack Lang hat die Finanzstaatsanwaltschaft Durchsuchungen angeordnet. Unter anderem wurde das Pariser Kulturinstitut "Institut du Monde Arabe" (IMA) durchsucht, als dessen Präsident Lang nach Start der Ermittlungen zurückgetreten war, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Zu der Durchsuchung kam es parallel zu der Abschiedszeremonie von Lang in dem Kulturinstitut. Gegen Lang (86) und seine Tochter Caroline Lang wird wegen des Verdachts auf Geldwäsche und schweren Steuerbetrug ermittelt.
Zuvor war bekanntgeworden, dass die Namen der beiden in den Dokumenten auftauchen, die von der US-Justiz im Rahmen der Affäre um den US-Multimillionär und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein veröffentlicht wurden. Die Ermittlungen betreffen nach Angaben der Staatsanwaltschaft mutmaßliche finanzielle Verbindungen der beiden zu Epstein. Dabei soll es nach Medienberichten um eine von Epstein gegründete Gesellschaft mit Sitz in einem Steuerparadies gehen, an der Caroline Lang die Hälfte der Anteile gehalten habe.
Lang weist Vorwürfe zurück
Jack Lang wies entsprechende Vorwürfe als unbegründet zurück und berief sich bisher auf seine "Naivität" mit Blick auf die Beziehung zu Epstein. Unter dem Druck der Vorwürfe bot er dennoch seinen Rücktritt als Präsident des IMA an.
Der Sozialist Lang war Minister unter dem ehemaligen Präsidenten François Mitterrand in den 1980er und 1990er Jahren und setzte sich wie kein anderer für die Kultur in Frankreich ein. Unter anderem brachte er die bekannte Fête de la Musique auf den Weg, die inzwischen weltweit am 21. Juni gefeiert wird. Seit 2013 stand Lang an der Spitze des renommierten Kulturinstituts.