Dutzende Verletzte bei Straßenschlachten in Kairo

Bei einer Protestkundgebung der regierenden Muslimbrüder ist es in Kairo zu Straßenschlachten zwischen Islamisten und radikalen Protestgruppen gekommen.
| dpa
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Bei einer Protestkundgebung der regierenden Muslimbrüder ist es in Kairo zu Straßenschlachten zwischen Islamisten und radikalen Protestgruppen gekommen. Dabei wurden mindestens 95 Menschen verletzt, wie die ägyptische Zeitung "Al Ahram" online unter Berufung auf Sanitäter berichtete.

Kairo - Die Krawalle hatten am Freitag begonnen, als Gegner der Islamisten die Demonstranten mit Steinen bewarfen. Diese setzten sich zur Wehr. Schließlich schritt die Polizei ein. Die Proteste richteten sich gegen den Justizapparat. Die Islamisten behaupten, er sei mit Konterrevolutionären durchsetzt.

Der Sprecher der linken Al-Tagammu-Partei, Nabil Saki, sagte der Nachrichtenagentur dpa, die Islamisten seien mit Stöcken und Steinen auf ihn losgegangen. Ein Bus, mit dem die Muslimbrüder und andere islamistische Parteien ihre Anhänger zu der Kundgebung gebracht hatten, ging in Flammen auf. Ambulanzen fuhren im Minutentakt ab.

Vor dem Justizpalast in Kairo, wo am Nachmittag die zentrale Kundgebung mit über 8000 Teilnehmern stattfand, wurden Plakate mit der Aufschrift "Diese Justiz hat Mubarak freigesprochen - Wir fordern die Säuberung der Justiz" aufgehängt. Anlass für den Protest war die Entscheidung vom vergangenen Montag, Ex-Präsident Husni Mubarak aus der Untersuchungshaft zu entlassen.

Der 84-jährige Mubarak sitzt seit mehr als zwei Jahren in Untersuchungshaft, was nach ägyptischem Recht nicht zulässig ist. Da es im ersten Prozess gegen ihn Verfahrensfehler gab, begann jetzt ein zweiter Prozess gegen den 2011 gestürzten Machthaber.

Auch hat die angeordnete Haftentlassung keine praktischen Konsequenzen, weil der Generalstaatsanwalt kurz zuvor ein weiteres Verfahren wegen Korruption gegen Mubarak eröffnet hatte. Der Ex-Präsident wurde erneut in Untersuchungshaft genommen. Die Opposition wirft den Muslimbrüdern vor, den Mubarak-Prozess als Vorwand zu benutzen, um kritische Justizbeamte durch Juristen aus ihren Reihen zu ersetzen.

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