Dritter "Bataclan"-Attentäter identifiziert

Die Fahndungen nach Mitwissern und Helfershelfern der Terroristen vom 13. November in Paris laufen auf Hochtouren. Jetzt weiß man, wer der dritte Selbstmordattentäter im «Bataclan» war.
| dpa
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Knapp einen Monat nach Anschlägen haben Fahnder den dritten Selbstmordattentäter aus dem Konzertsaal identifiziert.
dpa Knapp einen Monat nach Anschlägen haben Fahnder den dritten Selbstmordattentäter aus dem Konzertsaal identifiziert.

Paris – Knapp einen Monat nach den islamistischen Terroranschlägen von Paris haben Fahnder den dritten Selbstmordattentäter aus dem Konzertsaal «Bataclan» identifiziert. Dies gab Premierminister Manuel Valls am Mittwoch im Fernsehsender BFM-TV bekannt.

Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittlerkreise meldete, handelt sich um einen 23-jährigen Straßburger, der Ende 2013 nach Syrien gereist ist. Sein Name sei Foued Mohammed Aggad. Er stamme aus dem Stadtteil La Meinau, das zum Teil zu den sozialen Problemvierteln Straßburgs gehört. Damit sind die meisten der Attentäter von Paris identifiziert.

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Zwei Terrorverdächtige sind auf der Flucht und werden mit internationalem Haftbefehl gesucht: Der 26-jährige Salah Abdeslam, ein Bruder eines der Selbstmordattentäter, sowie der 30-jährige Mohamed Abrini.

Bereits bekannt sind die zwei anderen Angreifer, Omar Ismaïl Mostefaï (29) und Samy Amimour (28). Sie zählten zu den Geiselnehmern im «Bataclan». Auch sie waren nach Syrien gereist.

 

Mutter erfuhr über SMS vom Märtyrer-Tod ihres Sohnes

 

DNA-Vergleiche mit den Familienangehörigen von Foued Mohammed Aggad in der vergangenen Woche hätten seine Identität offenbart, zitierte AFP Ermittlerkreise. Seine Mutter soll nach Angaben des Senders BFM-TV durch eine SMS aus Syrien vom Tod ihres Sohnes «als Märtyrer» informiert worden sein.

Sie habe die Polizei informiert, die ihr Erbgut mit dem des bisher noch unbekannten dritten Attentäters verglichen habe, und so seine Identität feststellen konnte. Der Vater Aggads sagte dem Sender, er habe seinen Sohn seit zwei Jahren nicht mehr gesehen. «Ich habe nichts gewusst. Die Jugend von heute macht was sie will. Ich arbeite den ganzen Tag.»

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Ende 2013 sei Aggad mit seinem Bruder und einer Gruppe von Freunden nach Syrien gereist, meldete AFP. Zwei seien im Kampf gestorben, sieben weitere ab Februar 2014 nach Frankreich zurückgekehrt. Sie wurden im Mai 2014 in Straßburg festgenommen. Damals sei nur Aggad in Syrien geblieben. Man habe nicht feststellen können, wann Aggad nach Frankreich zurückgekehrt sei.

Von den drei Selbstmordattentätern des Fußballstadions «Stade de France» ist nur Bilal Hadfi (20) bekannt. Die zwei anderen Männer tauchten wohl mit gefälschten syrischen Pässen in Flüchtlingsgruppen auf dem Weg nach Westeuropa unter.

Im «Bataclan» hatten drei islamistische Terroristen am 13. November 90 Menschen erschossen. Insgesamt wurden von den Attentätern bei den Terrorangriffen 130 Menschen getötet.

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