CSU zur Vernunft gekommen

Seehofer muss sich beim Betreuungsgeld besinnen: AZ-Reporterin Angela Böhm über die Selbsterkenntnis der CSU.
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"Muss sich besinnen": Horst Seehofer
dpa "Muss sich besinnen": Horst Seehofer

Seehofer muss sich beim Betreuungsgeld besinnen: AZ-Landtagskorrespondentin Angela Böhm über die Selbsterkenntnis der CSU.

Selbsterkenntnis ist der Anfang von Weisheit, sagt ein altes Sprichwort. Das lässt hoffen für die CSU. Die ist zur Vernunft gekommen und hat ihren Chef, Horst Seehofer, zur Besinnung gebracht. Die umstrittene „Integrationspflicht“ ist vom Tisch. Dabei wollte der Ministerpräsident das sensible Thema in die Verfassung katapultieren und sogar die Bürger über Ausländer abstimmen lassen. Polarisieren zum Eigennutz: So wie einst Roland Koch in Hessen, sollte das auch der CSU helfen. In der aber hat sich nun die Schwarmintelligenz durchgesetzt. Und die Erkenntnis, dass das Vorhaben den Ruf eher ruinieren würde.

Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, macht einen zweiten. Das musste die CSU jetzt auch beim Staatsbegräbnis für den 2. S-Bahn-Tunnel erkennen. Den 800.000 Fahrgästen, die täglich die S-Bahn benutzen, ist das „Schwarze-Peter“-Spiel, das Seehofer angezettelt hat, schnurzegal. Sie wollen einfach nur pünktlich an ihren Arbeitsplatz kommen. So werkeln nun alle an einer Reanimation.

Aber aller guten Dinge sind drei: Beim Betreuungsgeld fehlt es Seehofer noch am gesunden Menschenverstand: Arme sollen es nicht bekommen. Berufstätige Mütter, die ihre Kinder in die staatliche Kita tun, eh nicht. Reiche, mit Kindermädchen oder die private Edel-Kita, aber schon. Wo bleibt da die von ihm geforderte „Gerechtigkeit“? Wenn Seehofer endlich auch bei seiner „Herzensangelegenheit“ zur Selbsterkenntnis fähig wäre, könnte man ihn glatt loben.

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