Christine Haderthauer: Sie macht Schluss mit der Politik

Christine Haderthauer gibt nun auch ihr letztes Amt vorzeitig ab. Man munkelt außerdem, sie verlasse Ingolstadt.
| H. Reister
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Christine Haderthauer muss sich in der Modellauto-Affäre vor Gericht verantworten.
dpa Christine Haderthauer muss sich in der Modellauto-Affäre vor Gericht verantworten.

Ingolstadt - Die einstige Vorzeige-Frau der CSU, die es schon bis an die Spitze der Staatskanzlei geschafft hatte und dann über die "Modellauto"-Affäre stolperte, gibt Ende des Jahres auch ihr letztes politisches Amt vorzeitig ab – ihren Sitz im Ingolstädter Stadtrat.

Ihre Hoppla-Hopp-Ankündigung zum 31. Dezember kam für Oberbürgermeister, Stadträte und Parteikollegen offenbar überraschend.

Von früheren Aussagen ausgehend, war damit gerechnet worden, dass ihr politischer Showdown erst mit Ablauf der Legislaturperiode im Jahr 2020 erfolgen würde.

"Steile politische Karriere"

"Sie ist eine Ausnahme-Politikerin, die binnen kürzester Zeit eine steile politische Karriere beschritt", kommentierte Patricia Klein, die Fraktionschefin der CSU im Stadtrat, Haderthauers Rückzug.

Im Jahr 2000 begann es mit dem Vorsitz der Frauen-Union im Kreis Ingolstadt, danach ging es Schlag auf Schlag: Stadträtin (2002), Landtagsabgeordnete (2003), CSU-Generalsekretärin (2007), Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung (2008), Leiterin der Staatskanzlei und Ministerin für Sonderaufgaben (2013).

Der andere Teil ihrer Karriere war noch steiler: Am 1. September 2014 erklärte Haderthauer ihren Rücktritt von ihren politischen Ämtern als Staatskanzlei-Chefin und Ministerin - ein Absturz bis in den Keller. Am Ende war es ein psychischkranker, aber mit handwerklichen Begabungen ausgestatteter Mörder, der für ihren politischen Abschied sorgte. Im Ansbacher Bezirkskrankenhaus fertigte er Oldtimer-Modelle an, die in Einzelfällen auch für sechsstellige Summen den Besitzer wechselten. Für diese Psychiatrie-Geschäfte wurde eine Firma gegründet, an der Christine Haderthauer beteiligt war.

Ingolstadts Oberbürgermeister Christian Lösel reagierte auf Haderthauers Ausstieg mit einer Lobeshymne. "Christine Haderthauer", sagte er, "hat sich auf verschiedenen Ebenen in großartiger Weise für die Belange unserer Heimatstadt engagiert." Er sprach in diesem Zusammenhang auch von "neuen beruflichen Wegen", die Christine Haderthauer einschlagen wolle. "Neue berufliche Wege", der überraschende Rückzug aus dem Stadtrat: Verlässt sie auch Ingolstadt? In ihrem Umfeld wird darüber spekuliert, dass sie nach Schwaben ziehen könnte, um dort wieder verstärkt als Anwältin zu arbeiten.

Lesen Sie hier: Diese Politiker sagen

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