Christian Wulff ist wieder auf der Bühne

Christian Wulff ist wieder öffentlich aufgetreten. Ob Korruptions- oder Plagiats-Affären: Wie präsentieren sich gefallene Politiker?
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Heide Simonis tanzte nach der Politik-Karriere bei "Let's dance"
dpa Heide Simonis tanzte nach der Politik-Karriere bei "Let's dance"

Hannover -  „Mir geht es gut“, sagte Christian Wulff am Freitag, als er in Hannover beim Verband Deutsch-Japanischer Gesellschaften auftrat. Es war der erste Auftritt seit der Anklage wegen Korruption, die kürzlich gegen den Ex-Bundespräsidenten erhoben wurde.

„Potenziale der deutsch-japanischen Beziehungen“, lautet das Redethema, mit dem er sich auf der öffentlichen Bühne zurückmeldet. „Es tut gut, unter Freunden zu sein“, sagte er und betonte, dass Japan „schon immer eine Herzensangelegenheit“ für ihn gewesen sei.

Vor gut einem Jahr begann sein Absturz von ganz oben. Der Stress hat ihn einige Kilos gekostet und Falten beschert, der Versuch mit der trendigen dicken Rahmen-Brille ist gescheitert, jetzt trägt er lieber gar keine. Die Frau ist weg und der Ärger mit der Justiz ist in vollem Gange. Zur Außenpolitik wolle er künftig wieder Stellung beziehen, sagte er gestern. Zu seiner persönlichen Zukunft eher nicht.

Auch andere Gescheiterte haben sich in letzter Zeit wieder Richtung Bühne gewagt. Karl-Theodor zu Guttenberg zeigt sich medienpräsent, jedenfalls außerhalb Deutschlands. Auch KTG hat eine gewaltige Fallhöhe, auch er hat seine Brille abgelegt.

Doch ihn hat der politische Ruhestand im elitären Greenwich an der US-Ostküste optisch runder gemacht. Immer wieder blitzt er kurz in der Öffentlichkeit auf: Er versuchte es als EU-Internet-Experte, schreibt für das angesehene Wall Street Journal, hält Reden auf Symposien in der Schweiz und an der Elite-Uni Yale und lässt sich auch von boykottierenden Studenten nicht aus der Ruhe bringen.

Und wie geben sich andere Sünder in der Öffentlichkeit? FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin verliert ihren Doktor-Titel und die Lust an Europa, für die Wahl 2014 will sie nicht mehr kandidieren. Dafür spricht sie über die Vorteile schwule Männer zum Freund zu haben und darüber, dass ältere Frauen sich ruhig junge Männer nehmen sollen.

Ganz anders dagegen Ex-Bildungsministerin Annette Schavan, ebenfalls überführte Plagiatorin. Für sie stehen Gespräche im baden-württembergischen Wahlkreis auf der Agenda. Aus dem Scheinwerferlicht hält sie sich – noch? – fern.

Falls ihr das irgendwann zu langweilig werden sollte, kann sie sich ja ein Beispiel an Heide Simonis nehmen. Die SPD-Politikern fegte nach ihrer politischen Karriere bis zur mentalen Erschöpfung bei der RTL-Show „Let’s dance“ übers Parkett.

 

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