Brysch wirft Politik beim Schutz der Alten Versagen vor

Die Stiftung Patientenschutz wirft der deutschen Politik angesichts der steigenden Zahl von Impfdurchbrüchen Versagen beim Schutz der Alten vor der Pandemie vor. "Viel zu viele hochbetagte, oft pflegebedürftige Menschen haben immer noch kein Booster-Impfangebot erhalten", sagte Vorstand Eugen Brysch am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. "Ebenso wird in der stationären und mobilen Altenpflege nicht täglich vor Dienstbeginn getestet."
| dpa
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Vorstand Eugen Brysch.
Vorstand Eugen Brysch. © -/Deutsche Stiftung Patientenschutz/dpa/Archivbild
Dortmund

Nach Daten des bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittel ist unter den Corona-Toten mittlerweile ein erheblicher Anteil vollständig Geimpfter. In den vier Wochen vom 4. bis 31. Oktober waren 108 der insgesamt gezählten 372 Todesopfer vollständig geimpft, ein Anteil von fast 30 Prozent, wie die Erlanger Behörde auf dpa-Anfrage mitteilte. In der ersten Novemberwoche lag der Anteil mit gut 26 Prozent etwas niedriger, 23 der 88 Corona-Toten hatten beide Impfungen erhalten.

Brysch kritisierte, dass die Behörden in diesen Fällen routinemäßig auf Vorerkrankungen hinwiesen und betonten, die genauen Todesursachen seien nicht bekannt. Es gebe es keinen Zweifel, dass in der Gruppe der Hochbetagten "die Infizierten nicht mit, sondern am Virus sterben". Jedoch zeigten fast alle Bundesländer kein Interesse, genau hinzuschauen. "Für systematische Obduktionen in der Pandemie geben die Bundesländer kein Geld aus", kritisierte Brysch. "So fällt es leicht, in menschenverachtenden Formulierungen zu behaupten, die meisten Toten litten an Vorerkrankungen und auch das könnte die hohe Todesrate erklären." Das Versagen der staatlichen Corona-Maßnahmen sei offenkundig.

© dpa-infocom, dpa:211114-99-993416/2

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