Besitzer des Berliner Terror-Lkws gibt auf

Rund zwei Jahre nach dem Terroranschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz hat der polnische Speditionsbesitzer Ariel Zurawski seinen Kampf um deutsche Entschädigungszahlungen vorerst aufgegeben.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Menschen stehen vor dem LKW, mit dem ein Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin verübt worden war (Archivbild).
Michael Kappeler/dpa Menschen stehen vor dem LKW, mit dem ein Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin verübt worden war (Archivbild).

Warschau/Sobiemysl - Rund zwei Jahre nach dem Terroranschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz hat der polnische Speditionsbesitzer Ariel Zurawski seinen Kampf um deutsche Entschädigungszahlungen vorerst aufgegeben.

"Das ist ein Kampf wie David gegen Goliath", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Der Pole aus Sobiemysl bei Stettin (Szczecin) hatte sich bei Berliner Behörden unter anderem um Schadenersatz für den Lkw bemüht, den der Attentäter Anis Amri zur Terrorwaffe gemacht und dabei schrottreif gefahren hatte. Amri hatte erst Zurawskis Cousin, den Fahrer des Lkw, erschossen und das Gefährt dann am 19. Dezember 2016 auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in die Menge gelenkt: Elf weitere Menschen starben, mehr als 70 wurden verletzt.

Bislang erhielt Zurawski von deutschen Behörden 10.000 Euro Schmerzensgeld. Tatsächlich sei ihm durch den Anschlag ein finanzieller Schaden von rund 90.000 Euro entstanden, schätzt der Pole, dessen fast neuer Lkw nach dem Attentat verschrottet wurde. Zwischenzeitlich fürchtete Zurawski sogar den finanziellen Ruin seiner Firma, wie er erzählt.

"Eigentlich sollte die Entschädigung der Opfer für ein reiches Land wie Deutschland eine Ehrensache sein", meint er. Doch das Nachbarland habe ihm im Stich gelassen. Seinen bisher erfolglosen Kampf um mehr Geld hat Zurawski vorerst aufgegeben. "Solange in Deutschland die Ermittlungen nicht abgeschlossen sind, habe ich keine Chance, etwas zu erreichen." Dies habe ihm sein Anwalt gesagt.

In Deutschland wird in einem Untersuchungsausschuss geklärt, warum Amri nicht engmaschig überwacht worden war. Er war den deutschen Behörden als islamistischer Gefährder bekannt.

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren