Bamf-Präsident Sommer: Anker-Zentren sind richtig

Der Bamf-Präsident spricht in München über Aufnahmeeinrichtungen, die Türkei und Nordafrika.
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Hans-Eckhard Sommer, Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF).
Matthias Balk/dpa Hans-Eckhard Sommer, Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Bamf-Präsident Hans-Eckhard Sommer spricht in München über Aufnahmeeinrichtungen, die Türkei und Nordafrika.

München - Das Prinzip der sogenannten Anker-Zentren für schnellere Asylverfahren sei "durch und durch vernünftig". Es sei die richtige Entscheidung gewesen, sagt Hans-Eckhard Sommer, Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf). Der 58-Jährige war am Montag zu Gast im Presseclub am Marienplatz.

Die bayerischen Anker-Zentren seien die konsequente Fortentwicklung der früheren Aufnahmeeinrichtungen, so Sommer. Viele Asylverfahren hätten dadurch deutlich beschleunigt werden können. "Wir haben mittlerweile eine Bearbeitungsdauer von im Schnitt drei Monaten in den Asylverfahren. In 85 Prozent der Fälle sind es nur zwei Monate oder weniger." Diejenigen, die abgelehnt würden, würden in den Anker-Zentren bleiben, bis sie das Land wieder verlassen haben.

Probleme bei Rückführung abgelehnter Asylsuchender

Bei der Rückführung abgelehnter Asylsuchender gibt es laut Sommer allerdings "vielseitige Probleme": "Eine ganze Reihe von Staaten, insbesondere nordafrikanische, machen uns größte Schwierigkeiten, ihre eigenen Staatsangehörigen wieder zurückzunehmen." Dies sei zwar völkerrechtswidrig, man könne aber nur schwer etwas dagegen tun.

Eine Möglichkeit könne etwa sein, künftig im Rahmen der Fachkräftezuwanderung Vereinbarungen zu treffen: So könnten – im Gegenzug zu einer Rücknahme abgelehnter Asylsuchender – Möglichkeiten der legalen Einreise geschaffen werden. Gleichzeitig stellt Sommer klar: "Aus all diesen Ländern sind wesentlich mehr Personen legal in Europa als illegal!"

"Ich bin ein Anhänger klarer ordnungspolitischer Vorgaben"

Für die immer wieder aufkeimenden Forderungen nach Arbeitsgenehmigungen für nicht anerkannte Flüchtlinge hat Sommer kein Verständnis. "Ich bin ein Anhänger klarer ordnungspolitischer Vorgaben", sagt der 58-Jährige. "Die Personen, die von uns eine Anerkennung bekommen haben, von denen sind nach wie vor 500.000 arbeitslos. Es geht darum, den Arbeitskräftebedarf nicht aus illegaler Zuwanderung zu bedienen, sondern aus legaler."

Auch zu den Herkunftsländern äußert sich Sommer: So ist die Türkei inzwischen auf Platz vier der Staaten gerutscht, aus denen die meisten Menschen Asyl in Deutschland suchen. Und sehr oft auch berechtigt: "Die Gesamtschutzquote liegt bei 48,5 Prozent", sagt Sommer. Das heißt, fast jeder zweite Asylantrag von Türken wird derzeit anerkannt. Integrationsschwierigkeiten bestünden hier so gut wie keine. "Diese Menschen sind meist recht qualifiziert", so Sommer.

Bamf-Mitarbeiter haben mehr Zeit zur Prüfung von Anträgen

Seine Behörde sieht der Bamf-Chef nach den schwierigen Jahren mit internen Problemen wieder in einem ruhigen Fahrwasser. Er sehe es als gutes Zeichen für das Amt und seine Mitarbeiter, dass das Bamf seit seiner Amtsübernahme vor elf Monaten nicht mehr in den Schlagzeilen stehe.

Die inzwischen bessere Personalausstattung und die rückläufigen Asylanträge führten dazu, dass seine Mitarbeiter mehr Zeit zur Prüfung eines jeden Asylantrags hätten. Dies wiederum führe zu qualitativ besseren Entscheidungen.

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