Bahnsicherheit: Gewerkschaft dämpft Erwartungen

In der Debatte über Maßnahmen zur Abwehr von Terrorangriffen auf Bahnreisende warnt die Deutsche Polizeigewerkschaft vor zu großen Erwartungen an die Sicherheitskräfte.
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Beamte der Bundespolizei üben den Einsatz gegen randalierende Fußballfan auf einem Übungsbahnhof in Bad Düben. (Symbolbild)
dpa Beamte der Bundespolizei üben den Einsatz gegen randalierende Fußballfan auf einem Übungsbahnhof in Bad Düben. (Symbolbild)

Berlin - Die Sicherheit durch verstärkte Polizeipräsenz zu erhöhen, scheitere allein schon an der schieren Masse der Fahrgäste, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Rainer Wendt der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

"Jeden Tag nutzen 7,3 Millionen Menschen die Deutsche Bahn. Selbst wenn wir jeden einzelnen der aktuell 40.000 Bundespolizisten nur für diese Aufgabe einsetzen würden, käme niemals eine flächendeckende Überwachung zustande", argumentierte Wendt. Eine Sicherheitsüberprüfung wie etwa im Flugzeug sei schlichtweg illusorisch.

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Ein bewaffneter Mann war am Freitag in einem Thalys-Hochgeschwindigkeitszug von Amsterdam nach Paris von Fahrgästen niedergerungen worden. Vertreter der 28 EU-Staaten planen, Mitte September über verstärkte Sicherheitsmaßnahmen im internationalen Bahnverkehr zu sprechen. Diskutiert wird unter anderem über das systematische Durchleuchten von Reisenden oder den Einbau von Überwachungskameras in den Waggons.

Der Angreifer aus dem Thalys-Hochgeschwindigkeitszug ist in Untersuchungshaft genommen worden. Das meldete die französische Nachrichtenagentur AFP. Dem 25-jährigen Marokkaner wird demnach nun offiziell unter anderem mehrfacher Mordversuch in Zusammenhang mit Terrorismus vorgeworfen. Ein entsprechendes Verfahren hatte die Pariser Staatsanwaltschaft zuvor eingeleitet. Staatsanwalt François Molins wertete die Beteuerungen des mutmaßlichen Islamisten, er habe die Passagiere lediglich ausrauben wollen, als "frei erfunden".

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