AZ-Kommentar: Peinliche Entgleisung

"Wenn die komische Petry meine Frau wäre, würde ich mich heute Nacht noch erschießen!", sagt CDU-Politiker Günther Oettinger. Ein Kommentar von AZ-Vize Timo Lokoschat.
| Timo Lokoschat
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Günther Oettinger hat sich abfällig über Frauke Petry geäußert.
dpa Günther Oettinger hat sich abfällig über Frauke Petry geäußert.

Lady Nancy Astor, einst die erste weibliche Abgeordnete im britischen Parlament, soll den damaligen Premier Winston Churchill mit folgenden Worten getriezt haben: „Wären Sie mein Mann, würde ich Arsen in Ihren Tee schütten.“ Churchills Konter: „Wären Sie meine Frau – ich würde ihn trinken.“ So geht englischer Humor. Trocken, bissig und dennoch charmant.

Die deutsche, brutale (und brutal unlustige) Variante klingt so: „Wenn die komische Petry meine Frau wäre, würde ich mich heute Nacht noch erschießen!“ Sagt CDU-Macho Günther Oettinger. Eine peinliche Entgleisung, bei der man sich fragt, wie viele Gläser Trollinger im Spiel gewesen sein mögen.

Politische Gegnerschaft hin oder her – so etwas gehört sich nicht. Punkt, aus.

Dass sich nun ausgerechnet AfD-Scharfmacher Björn Höcke, der wie kein anderer zur Verwahrlosung der politischen Kultur in Deutschland beiträgt, zum Stil-Apostel aufspielt, ist die ironische Randnotiz dieses Streits.

Pöbeleien gegen Andersdenkende sollte man konsequent Schreihälsen seiner Sorte überlassen. Und Günther Oettinger, der erst neulich Facebook für „Hasskommentare“ rügte, sollte sich eine Runde schämen.

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