Augenzeuge von Flugdrama: "Im Cockpit war niemand"

Die Minuten nach der Gewalttat sind dramatisch: ein leeres Cockpit, ein schwer verletzter Pilot, improvisierte Fesseln, geschockte weitere Piloten unter den Passagieren. Ein Augenzeuge berichtet.
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Dramatische Minuten an Bord der Flydubai-Maschine. (Archivbild)
Dramatische Minuten an Bord der Flydubai-Maschine. (Archivbild) © Ohad Zwigenberg/AP/dpa
Jerusalem

Bei der gewalttätigen Auseinandersetzung an Bord eines Flugzeugs auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv war das Cockpit einem Augenzeugen zufolge zeitweise verwaist. "Im Cockpit war niemand", sagt der israelische Geschäftsmann Tal der "Jerusalem Post". Er habe gesehen, dass ein Pilot verletzt sei, ein anderer in einen Kampf verwickelt gewesen sei. Zugleich habe das Flugzeug massiv an Höhe verloren. Er habe dann zwei zufällig neben sich sitzende Piloten ins Cockpit gebracht, die den Flug in Saudi-Arabien landeten.

Beim Flug der emiratischen Gesellschaft Flydubai hatte am vorigen Mittwoch Berichten zufolge der Copilot seinen Kollegen angegriffen. Dieser schaffte es nach eigenen Angaben trotz schwerer Verletzungen, die Cockpit-Tür zu öffnen. Passagiere überwältigten den Täter. Motiv und Absichten des mutmaßlichen Angreifers sind noch immer ungeklärt. Die israelische Regierung geht bereits von einem dschihadistischen Terroranschlag aus.

Augenzeuge: Musste Ersatzpiloten schütteln

Der nur als Tal bezeichnete Augenzeuge erzählte der Zeitung in dem Interview weiter, er habe die beiden Piloten anschreien müssen, sie sollten sich nach vorn begeben. Doch sie hätten sich nicht bewegt. "Ich musste sie schütteln, damit sie nach vorn gingen und die Kontrolle über das Flugzeug übernahmen, weil es im Sturzflug war." Einer der beiden sei schließlich nach vorn gegangen und habe die Kontrolle übernommen. Der Zweite habe länger gebraucht, um sich von dem Schock zu erholen.

Die Zeitung schreibt weiter, Tal habe in einer früheren WhatsApp-Nachricht sein Agieren als "Kampfunterstützung" bezeichnet, drei andere Israelis hätten den Angreifer körperlich überwältigt. Er habe die Piloten nach vorne gebracht und dabei geholfen, etwas zu finden, mit dem der Angreifer gefesselt werden konnte - Ladekabel.

Nur Israelis an entscheidenden Stellen

Derweil habe ein israelischer Zahnarzt den schwer verletzten indischen Piloten behandelt. Nachdem der Angreifer überwältigt gewesen sei und die beiden Piloten im Cockpit gewesen seien, hätten sie die Besatzungsmitglieder vom unmittelbaren Geschehen weggeführt und ihnen gesagt: "Von jetzt an führen wir den Flug." Anschließend hätten sie neben jedes Besatzungsmitglied einen Israeli gestellt.

"Alle Israelis waren sich einig, dass wir an den entscheidenden Stellen nur Israelis haben sollten", sagte Tal der "Jerusalem Post". Es habe keine Befehlskette und keinen Plan gegeben. Die Menschen hätten einfach verschiedene Aufgaben übernommen.

Tal war Augenzeuge. Der Ablauf kann derzeit nicht unabhängig bestätigt werden.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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