Auf Reisen? Urlaub in Zeiten der Corona-Pandemie

Von Ägypten bis Zypern: Wo Sie jetzt trotz Covid-19 Sommerferien machen können – und welche Regeln Reisende dabei beachten müssen.
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Touristenspot am Kap Sounion in Griechenland: Der Mond geht hinter den Säulen des antiken Poseidon-Tempels auf.
Marios Lolos/XinHua/dpa Touristenspot am Kap Sounion in Griechenland: Der Mond geht hinter den Säulen des antiken Poseidon-Tempels auf.

München - Wer jetzt in den Urlaub fahren will, muss sich gut vorbereiten. Viele außereuropäische Reiseziele fallen wegen Einreisebeschränkungen und Reisewarnungen weg. Urlaub in europäischen Ländern ist aber möglich.

Bis Ende August hat das Auswärtige Amt (AA) seine weltweite Reisewarnung verlängert, für den Großteil der europäischen Länder gilt das nicht mehr. Nur vor Reisen nach Luxemburg warnt das AA derzeit noch wegen der hohen Zahl der Neuinfektionen. Jedes Reiseland hat seine Besonderheiten.

Ein Überblick...

Ägypten: Hotels zu 50 Prozent ausgebucht

Ägypten – Reisewarnung: Für Ägypten gilt als Nicht-EU-Staat die Reisewarnung des Auswärtigen Amts vorerst bis zum 31. August. Gleichwohl hat das Land am Mittelmeer nach einem langen Flugstopp seine Grenzen seit 1. Juli wieder für ausländische Besucher geöffnet. Die Regierung wirbt laufend mit den strengen Corona-Regeln an beliebten Badeorten wie Scharm el Scheich.

Hotels und Resorts im Badeort Hurghada waren in vergangenen Tagen zu 50 Prozent ausgebucht – die derzeit zulässige Höchstgrenze. Touristen müssen nach der Einreise in das nordafrikanische Land nicht in Quarantäne und können sich frei bewegen. Eine Maskenpflicht gilt unter anderem in Geschäften, Supermärkten und im öffentlichen Nahverkehr. 

Bulgarien: Für Feriengäste aus allen EU-Staaten gibt es seit Mitte Juli keine Quarantänepflicht mehr. Reisende aus Schweden und Portugal müssen allerdings einen negativen Coronavirus-Test vorweisen. Bislang ist die Zahl der Gäste noch recht niedrig. An den Sandstränden und Promenaden ist es für Juli merkwürdig ruhig.

Viele große Hotels in den Badeorten am Schwarzen Meer haben noch geschlossen, weil es ungewiss ist, mit wie vielen Gästen sie rechnen können. Die bereits geöffneten Hotels haben sich auf Corona-Schutzmaßnahmen eingestellt – etwa auf Abstand zwischen Tischen.

In Teilen Frankreichs: Maske auch auf der Straße Pflicht

Dänemark: Nachdem die Dänen als eines der ersten Länder Europas am 14. März ihre Grenzen für Ausländer ohne konkreten Einreisegrund dichtgemacht hatten, können Deutsche mittlerweile wieder einreisen.

Einzige Bedingung: Sie müssen sechs Übernachtungen im Land gebucht haben. Ausnahmen gelten etwa für Deutsche, die ein dänisches Sommerhaus besitzen, ihre Partner im Land besuchen wollen oder Einwohner Schleswig-Holsteins sind. Restaurants, Cafés und Geschäfte sind seit Mai wieder offen, eine Maskenpflicht besteht nicht.

Frankreich: Touristen aus Deutschland können ohne Probleme einreisen. In Öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlichen geschlossenen Räumen wie Geschäften und Markthallen gilt eine Maskenpflicht.

In mehreren Touristenorten in der Bretagne, im Département Mayenne und in Teilen der Innenstadt der Küstenmetropole Nizza ist die Corona-Schutzmaske auch auf der Straße Pflicht. In Paris haben Sehenswürdigkeiten geöffnet. Eintrittskarten müssen in den meisten Fällen schon vorab online reserviert oder gekauft werden.

Großbritannien: Keine einheitliche Linie bei der Maskenpflicht

Griechenland: Die Einreise aus den meisten EU-Staaten ist erlaubt. Reisende müssen sich aber mindestens 24 Stunden vor der Ankunft elektronisch anmelden und angeben, wo sie vorher waren und wo sie sich in Griechenland aufhalten werden. Ein Algorithmus errechnet dann, ob und welche Reisende nach ihrer Ankunft einen Corona-Test machen müssen.

Für Bürger aus Rumänien und Bulgarien sind negative Coronatests spätestens 72 Stunden vor Einreise erforderlich. Es gilt eine Maskenpflicht für alle geschlossenen Räume wie Öffentliche Verkehrsmittel, Einzelhandelsgeschäfte oder Einkaufszentren. An den Stränden stehen die Liegen mindestens vier Meter entfernt.

Großbritannien: Reisende aus Deutschland und etwa 70 anderen Ländern können ohne Einschränkungen einreisen. Kurz vor Reiseantritt lohnt ein Blick ins Internet, denn die Liste der von der Quarantänepflicht ausgenommenen Staaten kann sich ständig ändern. Jeder britische Landesteil bestimmt über seine eigenen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie. So gibt es auch unterschiedliche Regeln zur Maskenpflicht.

Reisewarnung für Luxemburg

Italien: Die meisten Urlauber aus der EU oder aus dem Schengenraum dürfen seit Juni ohne Beschränkungen einreisen. Nur für Ankünfte aus Bulgarien und Rumänien verhängte Rom kürzlich wieder eine zweiwöchige Quarantänepflicht - sie gilt auch für Besucher aus Nicht-EU-Ländern. Innerhalb Italiens darf man sich ungehindert fortbewegen. Die Infektionszahlen sind zuletzt jedoch wieder leicht gestiegen, aber lange nicht so stark wie in Deutschland.

Trotzdem sind viele Italiener deswegen beunruhigt. In Geschäften, Zügen oder anderen geschlossenen Räumen gilt zunächst weiter Maskenpflicht. Größere Ansammlungen von Menschen sind verboten, stehen die Leute zu eng zusammen und trinken auf der Piazza, greif die Polizei häufig ein. An Stränden müssen Distanzregeln eingehalten werden - was teils aber nicht richtig gelingt. In den Bars und Restaurants haben viele Wirte ihre Tische fast komplett nach draußen gestellt. Manchmal gibt es zusätzlich eine Plexiglas-Abtrennung zum nächsten Tisch. Vorherige Reservierungen sind erwünscht, aber kein Muss.

Kroatien: Das Land erlaubt Deutschen und Bürgern einiger anderer EU-Staaten seit Anfang Juni die Einreise ohne Nachweis bestimmter Gründe. Seit 10. Juli gilt dies für die Bürger aller EU-Staaten. Die Reisenden müssen an der Grenze nur erklären, wo sie sich aufhalten werden und wie sie erreichbar sind. Ein entsprechendes Formular kann im Internet heruntergeladen werden. An den Stränden gelten Abstandsregeln, eine Überbelegung soll verhindert werden. In Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln gilt seit dem 13. Juli wieder Maskenpflicht.

Luxemburg – Reisewarnung: Das Auswärtige Amt warnt wegen der hohen Infektionszahlen aktuell vor "nicht notwendigen, insbesondere touristischen Reisen" nach Luxemburg.

Niederlande: Sorge vor zweiter Corona-Welle wächst

Malta: Nach Malta dürfen Bürger aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und vielen weiteren Ländern Europas, die als "sicher" eingestuft sind, in der Regel wieder ohne Beschränkungen einreisen. Allerdings dürfen sie in den vergangenen 14 Tagen nicht außerhalb dieser "sicheren" Länder gewesen sein. Nach Angaben des AA messen die Malteser bei der Ankunft die Körpertemperatur. Liegt sie bei 37,2 Grad Celsius oder höher, wird ein Corona-Test durchgeführt.

Niederlande: Für Deutsche ist der Holland-Urlaub weiter möglich. Amsterdam hat aber Touristen aufgerufen, freiwillig auf Besuche am Wochenende zu verzichten – aus Sorge vor einer zweiten Corona-Welle. Tagesgäste sollten ihren Besuch lieber auf Montag bis Donnerstag verschieben. In Geschäften im Rotlichtviertel darf das ganze Wochenende kein Alkohol verkauft werden. Das Verbot gilt nicht für Kneipen und Restaurants.

Der Zustrom von Touristen hat so zugenommen, dass im Zentrum der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern nicht einzuhalten ist. Dieser ist im öffentlichen Leben Pflicht, also auch in Geschäften und an Stränden. Im ÖPNV gilt eine Maskenpflicht.

Keine generelle Maskenpflicht in Portugal

Österreich: Reisende aus Deutschland haben freie Fahrt. Deutschland gehört aus österreichischer Sicht zu den Ländern mit einer stabilen Covid-19-Situation. Anders sieht es bei 32 Staaten und Regionen aus, die nun als Risikogebiet gelten.

Dazu zählen die Länder des Westbalkans, aber auch Rumänien, Bulgarien, Schweden, die USA und Russland. In diesem Fall muss der Einreisende einen negativen PCR-Test mit sich führen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Alternativ kann er sich in Quarantäne begeben, muss aber auch dann einen Test machen. Als Folge der Restriktionen wird an den Grenzen zu Slowenien und Ungarn kontrolliert.

Portugal: Für Deutsche gibt es in Portugal keine Einreisebeschränkungen. Besucher müssen aber Angaben unter anderem zum Zielort und auch zur Erreichbarkeit während des Aufenthalts im Land machen. Zudem wird die Körpertemperatur gemessen. Es besteht anders als in Spanien keine generelle Maskenpflicht auch im Freien, aber immer mehr Städte und Regionen wie etwa Madeira haben das regional angeordnet.

Schweiz: Strafen bei Nichteinhaltung von Quarantäne

Schweden: Die Schweden haben trotz insgesamt sinkender Todes- und Infektionszahlen noch vergleichsweise hohe Corona-Werte zu verkraften. Dies sorgt unter anderem dafür, dass sie innerhalb Skandinaviens und Europas nicht so freizügig reisen können wie manch andere. Die schwedischen Grenzen sind für EU-Bürger dagegen offen – auch innerhalb des Landes gibt es keine Beschränkungen.

Schweiz: Die Grenze ist für Reisende aus den Schengenstaaten offen. Allerdings listen die Schweizer mehr als drei Dutzend Risikoländer auf. Wer in den 14 Tagen vor der Einreise in einem der Länder war, muss in eine zehntägige Quarantäne. Deutschland gehört nicht dazu, aber Luxemburg, Mexiko, die USA, Russland, Israel oder Serbien. Wer sich vor der Quarantäne drückt, kann mit 10.000 Franken (rund 9.300 Euro) bestraft werden.

Maskenpflicht gilt in Öffentlichen Verkehrsmitteln und Seilbahnen. Immer mehr Kantone schreiben Mund- und Nasenschutz auch in Geschäften vor. Restaurants, Bars und Clubs sind wieder geöffnet, aber immer mehr Kantone haben die Gästezahl beschränkt.

Reisewarnung auch für die Türkei

Spanien: Nach der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona sowie für Aragón und Navarra dürften sich noch weniger Touristen nach Spanien trauen als bisher. Das Robert-Koch-Institut (RKI) erklärte die drei Regionen zudem zu Corona-Risikogebieten. Zwar dürfen Bürger aus der EU und den Schengenstaaten seit dem 21. Juni unbegrenzt nach Spanien einreisen.

Aber Länder wie Großbritannien und Norwegen haben inzwischen Zwangsquarantäne für Rückkehrer aus dem wichtigsten europäischen Urlaubsland angeordnet. Im Land selbst gelten strenge Vorsichtsmaßnahmen wie etwa Maskenpflicht nicht nur in geschlossenen öffentlichen Räumen, sondern auch im Freien, Abstandsregeln von mindestens eineinhalb Metern, Beschränkungen der Gästezahlen in Restaurants und anderen Einrichtungen. Wichtig: Man muss ein Online-Formular ausfüllen und erhält dann einen QR-Code, der bei der Einreise per Flugzeug vorzuweisen ist.

Türkei – Reisewarnung: Für die Türkei als Nicht-EU-Staat gilt die Reisewarnung des AA bis 31. August. Das Land hofft, dass diese bald und damit deutlich eher aufgehoben wird. Das Urlaubsland wird aber als Corona-Risikogebiet eingestuft, die Aufhebung der Reisewarnung ist damit unwahrscheinlich. Menschen, die aus einem Risikogebiet in Deutschland einreisen, müssen mit einer 14-tägigen Quarantäne rechnen.

Allerdings können Urlauber aus der Türkei befreit werden, wenn sie bei der Einreise nach Deutschland einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Nach der Einreise aus Deutschland in die Türkei gibt es keine Quarantänepflicht mehr. Am Flughafen wird aber die Temperatur gemessen. An den Stränden gilt ein Sicherheitsabstand, am Pool gibt es nur abgepackte Handtücher. Die Regierung hat ein Zertifikationsprogramm für Gastronomen und Hotels entwickelt. Auch deutsche Firmen stellen Inspektoren.

Ungarn: Deutsche Urlauber können ohne Einschränkungen einreisen, wenn sie ihre Reise in einem Land antreten, das als sicher in Hinblick auf die Pandemie eingestuft ist. Deutschland und die meisten EU-Staaten gelten als sicher.

Der Transit durch Ungarn ist in jedem Fall möglich, diese Reisenden dürfen aber von bestimmten Transitkorridoren nicht abweichen und müssen das Land in maximal 24 Stunden verlassen. In Ungarn haben die meisten Hotels, Restaurants und Bars wieder geöffnet. In Öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxis und Geschäften gilt Maskenpflicht.

Zypern: Wer nach Zypern fährt, muss sich vor dem Antritt elektronisch anmelden. Eine Maskenpflicht gilt für alle geschlossenen Räume, Öffentliche Verkehrsmittel oder Einkaufszentren und Krankenhäuser.

Lesen Sie hier: Gardasee - Jetzt kommen die Bayern

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