Anschlag von Barcelona: Das jüngste Opfer war erst drei

Die Zahl der Toten ist auf 14 gestiegen. Unter den 130 Verletzten sind 13  Deutsche und Menschen aus 33 weiteren Nationen.  
| Natalie Kettinger
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Tot: Francisco Rodriguez schickte noch ein Selfie von den Ramblas.
Facebook, Twitter 4 Tot: Francisco Rodriguez schickte noch ein Selfie von den Ramblas.
Vermisst: Der siebenjährige Julian Cadman aus Australien.
Facebook, Twitter 4 Vermisst: Der siebenjährige Julian Cadman aus Australien.
Hinterlässt eine Tochter (7 M.) und einen Sohn (6): Bruno Galotta.
Facebook, Twitter 4 Hinterlässt eine Tochter (7 M.) und einen Sohn (6): Bruno Galotta.
Auch sie hinterlässt zwei minderjährige Kinder (elf und 14 Jahre): Elke Vanbockrijck (44) aus Belgien.
Facebook, Twitter 4 Auch sie hinterlässt zwei minderjährige Kinder (elf und 14 Jahre): Elke Vanbockrijck (44) aus Belgien.

Die Zahl der Toten ist auf 14 gestiegen. Unter den 130 Verletzten sind 13  Deutsche und Menschen aus 33 weiteren Nationen.

Barcelona - Die Terroristen haben kaltblütig Kinder, Mütter und Väter ermordet, glückliche Familien auseinandergerissen: Mindestens 14 Menschen sind bei den Anschlägen von Barcelona und Cambrils getötet worden. Von den 130 Verletzten sind 17 in äußerst kritischem Zustand. Eine Sechsjährige wurde mit lebensbedrohlichen Kopfwunden in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Das jüngste Todesopfer ist ein dreijähriger Bub, dem die Ärzte nicht mehr helfen konnten.

Laut der spanischen Zeitung "La Vanguardia" starben drei Bundesbürger bei dem Blutbad. Das Auswärtige Amt in Berlin wollte das zunächst weder ausschließen noch bestätigen. Offiziell ist hingegen: Unter den Verletzten sind 13 Deutsche und Menschen aus 33 weiteren Nationen. Viele waren mit ihren Familien in die sonnenverwöhnte katalanische Hauptstadt gereist, um dort einen unbeschwerten Urlaub zu verbringen – so wie Bruno Galotta (35): Der Italiener spazierte mit Sohn Alexander (5) und seiner Lebensgefährtin, die sich Töchterchen Aria (7 Monate) umgeschnallt hatte, über die Ramblas. Der IT-Experte wurde vor den Augen seiner Liebsten überfahren.

Ein Schock, auch für die Kollegen des Ermordeten. "In Gedanken bin ich bei dem kleinen Alexander, der sich jetzt auf die Grundschule vorbereiten muss, obwohl seine Familie nie wieder dieselbe sein wird", schreibt einer von ihnen bei Facebook."Wir denken an die kleine Aria, die ihren Vater nie kennenlernen wird", trauert ein anderer. Die Belgierin Elke Vanbockrijck war ebenfalls mit ihren Kindern – zwei Söhne im Alter von elf und 14 Jahren – auf der berühmten spanischen Flaniermeile unterwegs, als der Van sie erfasste. Die 44-Jährige gehörte zu den ersten Todesopfern, die bestätigt wurden.

Franzisco Lopez Rodriguez aus Granada knipste noch ein Selfie mit seiner Frau und seiner Nichte – dann wurden auch der 60-jährige Spanier, sein minderjähriger Sohn und die kleine Nichte von dem Kleintransporter erfasst. Nur Rodriguez’ Ehefrau überlebte den Anschlag schwer verletzt. Bei Redaktionsschluss waren die Identitäten mehrerer Opfer noch unklar. Kliniken und Ärzte baten im Internet um Unterstützung durch Italienisch- und Französisch-Dolmetscher. Einige Familien nutzten die sozialen Netzwerke für die verzweifelte Suche nach vermissten Angehörigen.

Herzzerreißend: Der Facebook-Post von Tony Cadman aus Sidney in Australien, der auf diesem Weg hofft, seinen Enkel Julian wiederzufinden. "Wir wissen, wo Jom (meine Schwiegertochter) ist. Sie liegt im Krankenhaus. Ihr Zustand ist ernst aber stabil. Julian ist sieben Jahre alt und war mit seiner Mutter unterwegs, als sie durch den Terroranschlag getrennt wurden. Bitte teilt diese Nachricht, wenn ihr Freunde oder Familie in Barcelona habt."
Wie der britische "Telegraph" berichtet, waren Julian und seine Mutter in Spanien zu einer Hochzeit eingeladen. Sein Vater, Andrew Cadman, hatte kurz vor dem Anschlag noch mit dem Buben telefoniert.
Doch dann hörte er plötzlich nichts mehr von seinem Kind und seiner Frau. Andrew Cadman ist nun auf dem Weg nach Barcelona.

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