Ägypten: Lebenslange Haft für 230 Aktivisten!

Die Revolution frisst ihre Kinder: In Ägypten müssen 230 Aktivisten des Aufstandes gegen Ex-Diktator Husni Mubarak lebenslang hinter Gitter. Sie gerieten an Ägyptens schlimmsten Richter.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Ex-Diktator Ägyptens Husni Mubarak. 230 Aktivisten der Revolution, die vor vier Jahren zum Sturz Mubarak geführt hatte, wurden zu lebenslanger Haft verurteilt.
dpa Ex-Diktator Ägyptens Husni Mubarak. 230 Aktivisten der Revolution, die vor vier Jahren zum Sturz Mubarak geführt hatte, wurden zu lebenslanger Haft verurteilt.

Kairo - In Ägypten müssen 230 Aktivisten der Revolution, die vor vier Jahren zum Sturz von Präsident Husni Mubarak geführt hatte, lebenslang hinter Gitter. Die Akteure, unter ihnen der prominente Demokratieaktivist Ahmed Duma, wurden am Mittwoch nach Justizangaben von einem Kairoer Gericht wegen Gewalt gegen Polizisten verurteilt. Duma selbst müsse zusätzlich 17 Millionen Pfund (knapp zwei Millionen Euro) Strafe wegen der Beschädigung von Staatsgebäuden zahlen.

Duma, eine der Führungsfiguren der ägyptischen Revolution, gehört zur Bewegung 6. April, die im Februar 2011 entscheidend zum Sturz des Diktators Mubarak beigetragen hatte. Er und insgesamt 268 andere kamen vor Gericht, weil sie sich Ende 2011 an Ausschreitungen gegen die nach dem Sturz von Mubarak installierte Militärführung beteiligt hatten. 39 Angeklagte erhielten jeweils eine zehnjährige Haftstrafe.

Lesen Sie hier: Explosionen in Ägypten: 20 Tote nach ISIS-Terror

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Ein Verteidiger sagte der Deutschen Presse-Agentur, er und seine Kollegen würden in Berufung gehen. Alle Verteidiger hätten bereits vor drei Sitzungen aus Protest ihre Mandate niedergelegt. Das Gericht habe die nötige Distanz vermissen lassen. Für das nun gesprochene Urteil waren kurzfristig Pflichtverteidiger bestimmt worden.

Der Prozess wurde von Richter Mohammed Shehata geleitet, der im Land für seine harten Strafen bekannt ist. Er hat bereits mehrere Hundert Muslimbrüder zum Tode verurteilt, zuletzt 183 vergangenen Montag. Auch die international kritisierten mehrjährigen Haftstrafen gegen drei "Al-Dschasira"-Journalisten waren von Shehata verhängt worden. Einer der verurteilten Reporter, der Australier Peter Greste, durfte am Sonntag das Land verlassen. Präsident Abdel Fattah al-Sisi hatte ihn begnadigt.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren