ADAC – ich trete aus!

Der AZ-Kulturredakteur Robert Braunmüller ärgert sich über den ADAC – und zieht die Konsequenzen.
| Robert Braunmüller
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Die ADAC-Zentrale in München.
dpa Die ADAC-Zentrale in München.

München - Mein Auto hat seit der letzten Inspektion noch ein Jahr Mobilitätsgarantie. Auf die Pannenhilfe kann ich also verzichten, und falls die Batterie einmal leer sein sollte, hilft auch ein Taxifahrer mit Starterkabel. In komplizierten Fällen kann der ADAC ohnehin bei neueren, mit Elektronik vollgestopften Autos nicht mehr helfen. In einem Jahr will ich das Auto aufgeben und nur noch Car-Sharing nutzen. Solche Autos haben einen eigenen Schutzbrief. Den „Club“ brauche ich dann nicht mehr. An sechs Tagen in der Woche fahre ich ohnehin mit dem Rad oder mit der U-Bahn und gehöre somit zum Feindbild dieses Vereins. Geärgert hat er mich ohnehin die meiste Zeit mit viel verkehrs- und umweltpolitischem Unsinn. Ohne ADAC gäbe es längst Tempo 130 auf deutschen Autobahnen, mit einem Zugewinn an Sicherheit. Aber leider steht jeder deutsche Verkehrsminister stramm, wenn der „Club“ sich nur räuspert.

Organisiert ist der ADAC als Verein – aber ich wurde nie zu einer Mitgliederversammlung oder zur Wahl eines Vorsitzenden gebeten. Eine Handvoll Funktionäre steuert weitgehend unkontrolliert die Geschäfte. Von dieser internen Mitbestimmung werden normale Mitglieder systematisch ferngehalten. Dieser Verein ist zu groß geworden, zu selbstbewusst, zu fett. Die „Motorwelt“ lese ich ohnehin seit Jahren nicht mehr. Der Skandal um den manipulierten Autopreis ist nur ein letzter Anlass. Deshalb, endlich: ADAC, ade!

 

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