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Servus, Acht-Stunden-Tag? Warum das eine gute Nachricht ist

Die Bundesregierung will das Arbeitszeitgesetz flexibilisieren und sich vom Acht-Stunden-Tag verabschieden. Gewerkschaften sind dagegen, dabei gibt es durchaus Vorteile, findet Politik-Vize Martina Scheffler.
Martina Scheffler
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Nicht mehr acht Stunden pro Tag, sondern auch mehr arbeiten, das soll das Gesetz bald erlauben.
Nicht mehr acht Stunden pro Tag, sondern auch mehr arbeiten, das soll das Gesetz bald erlauben. © AndreyPopov via imago-images.de

Samstags gehört Vati mir! Ziemlich lange her, diese Gewerkschaftserrungenschaft. 1956 wurde mit dieser Aktion für die Fünf-Tage- und 40-Stunden-Woche geworben. Und heute? Gibt es zahllose Vatis, die im Krankenhaus samstags Spritzen setzen, Schnitzelteller am Chiemsee servieren, Taxi fahren oder in Onlinenachrichtenredaktionen die aktuellen Aussagen von Donald Trump vermelden – und Muttis natürlich auch.

Wenn nun, nach 70 Jahren, Hand angelegt wird an den Acht-Stunden-Tag und eine Wochenarbeitszeit ihn ersetzen soll, ist das nicht per se etwas Schlimmes. Vielleicht kann Vati dann nämlich mal unter der Woche freihaben und nicht nur am Samstag mit dem Kind in den Tierpark gehen.

Ein Vater geht mit seinen drei Kindern spazieren.
Ein Vater geht mit seinen drei Kindern spazieren. © Thomas Warnack

 

Dass die Regierung flankierend unter anderem Überstundenzuschläge steuerfrei stellen möchte, ist auch kein Nachteil – zumindest für jene, die solche Zuschläge erhalten. Letztlich geht es um eine Flexibilisierung und eine Anpassung des Erlaubten an die Anforderungen des jeweiligen Jobs, nicht um einen Zwang zu immer längeren Arbeitstagen. Dazu gehört aber auch, dass die Arbeitszeiten und Pausen genau erfasst werden und nicht im Ungefähren verschwinden: Die neuen Regeln dürfen kein Freibrief für Ausbeutung sein.

Die andere Seite der „Lifestyle-Teilzeit“

Die Mitarbeiter in Tourismusbetrieben, in Hotels und Restaurants, für deren Arbeitsalltag die Pläne von Schwarz-Rot vor allem gedacht sind, würden vielleicht auch noch ganz andere Debatten führen wollen: die um mehr Geld, die um einen anderen Umgangston, die um Wertschätzung durch Arbeitgeber und Gäste. Die Abkehr vom Acht-Stunden-Tag ist letztlich die andere Seite der geschmähten „Lifestyle-Teilzeit“: Jeder sollte nach seiner Façon arbeiten können – wenn er es denn will.

Besonders die Gastronomie profitiert von der Flexibilisierung.
Besonders die Gastronomie profitiert von der Flexibilisierung. © Hannes P Albert

Denn Pflegekräfte, das hat gerade erst eine Umfrage ergeben, wollen zu einem großen Teil weniger als 40 Stunden in der Woche arbeiten – und auch das sollte möglich sein, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer einig sind.

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  • Der wahre tscharlie am 30.01.2026 17:43 Uhr / Bewertung:

    So ganz verstehe ich die Diskussionn um den 8 Std. Tag nicht.
    Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis umhöre, haben es in der Vergangenheit manche so praktiziert, dass sie an manchen Tagen weniger gearbeitet haben, aber die fehlenden Std. an anderen Tagen wieder drangehängt haben.

    Und "wolfi2" Hinweis mit den LKW-Fahrern finde ich auch interessant.
    Ich frage mich nämlich, ob die Politiker den Vorschlag dort abgeschaut haben.
    Zur Erklärung:
    Vor Jahren wurden die Lenk-und Ruhezeiten von der Politik geändert. Verinfacht gesagt, man darf pro Tag nur 9 Std. lenken, aber an 2 Tg. eine Stunde mehr. Wichtig an dem ganzen aber ist, dass die Wochenarbeitsstd stimmen müssen. Bei zwei aufeinanderfolgenden Wochen muß eine andere Stundenzahl rauskommen.

    Ein bischen kompliziert, aber ich ahne, das mit dem jetzigen Vorschlag ein ähnlich kompliziertes Gebilde rauskommt.

    Und Überstundenzuschläge steuerfrei zu stellen, ist richtig. Sofern sie bezahlt werden.

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  • wolfi2 am 29.01.2026 12:57 Uhr / Bewertung:

    Wie muss ich mir das dann vorstellen? es gibt gar keine Beschränkung der tägl. Arbeitszeit mehr? also ein zb Pfleger kann dann auch 24Std durcharbeiten? (am nächsten Tag dann natürlich nur noch 16Std, somst überschreitet er ja die 40Std.)
    Soll das ganze dann auch für LKW Fahrer gelten? Ein 40to mit einem völlig übermüdeten Fahrer (dann sogar legal)?
    Vieleicht sollte man erst mal darüber nachdenken das man die 10Std Regel auf 12 erweitert, das würde schon manchen weiterhelfen

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  • karinfido am 29.01.2026 12:35 Uhr / Bewertung:

    In der Baubranche hatten wir das immer schon. Im Sommer wurde bis zu 14 Stunden gearbeitet
    und die Stunden dann im Winter frei genommen. Hat sich niemand beschwert, wenn wir dann Weihnachten 6 Wochen frei und genügend Zeit zum Schlitten- und Skifahren hatten! Man konnte
    im Winter dann auch noch als Skilehrerin arbeiten.

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